DISSOLVING TERRITORIES | kulturgeographien eines neuen eelams

Nahaufnahme von Flusswasser zeigt gebirgsartige Wellenformation

Teil III

**Alle Veranstaltungen finden online statt**

Wir freuen uns in diesem Jahr unsere Veranstaltungsreihe »Dissolving Territories| kulturgeographien eines neuen eelams« nach einer einjährigen Corona-bedingten Pause mit einer dritten Saison fortführen zu können.

»DISSOLVING TERRITORIES« beschäftigt sich mit Fragen von Exil, Vertreibung und Staatenlosigkeit aus einer gezielt eelam-tamilischen Perspektive. In dieser Reihe wird versucht, diese Lebensrealitäten und Erfahrungen in den Mittelpunkt zu rücken; Lebenswelten, die seit jeher sowohl innerhalb, als auch außerhalb Deutschlands ignoriert, deplatziert und zum Schweigen gebracht wurden. Mit dieser Reihe wollen wir die alltäglichen Erinnerungs- und Widerstandskulturen von Eelam Tamil:innen betrachten und den Versuch unternehmen, sowohl territoriale und kulturgeographische Fragen zu erörtern, als auch lokale Mythen rund um die Themen Flucht und Widerstand in Deutschland zu dekonstruieren.

Die dritte Saison von »Dissolving Territories« ist dem Aspekt der Solidarität zwischen verschiedenen unterdrückten und staatenlosen Völkern gewidmet: hierzu werden wir eelam-tamilische und kurdische Perspektiven zusammenbringen und hier explizit nach Schnittstellen in Bezug auf Erfahrungen im (deutschen) Exil eingehen. Themen, die wir ansprechen werden umfassen:

  • Digitale Landschaften
  • Stoffe und Kleidung
  • Geburten im Exil

Die Reihe »Dissolving Territories« wurde gemeinsam von Iris Rajanayagam (xart splitta) und Sinthujan Varatharajah initiiert und konzipiert. In der dritten Saison freuen wir uns Elif Küçük mit dabei zu haben, die sowohl konzeptionell/inhaltlich als auch in der künstlerischen Begleitung mitwirken wird.


Digitale Landschaften

Mittwoch, 12. Mai 2021, 19h

Im Gespräch mit Duygu Örs

**Diese Veranstaltung findet online statt**

Welche Rolle spielt das Internet im Kontext für Staatenlosigkeit und Exil? Wie werden soziale Medien von staatenlosen Menschen und Exilant:innen genutzt? Welches Potential birgt das Internet für Menschen, die physisch voneinander getrennt leben? In welcher Beziehung stehen digitale Räume zu physischen Realitäten? Und wo sind potentielle Grenzen der Digitalisierung?

In der ersten Veranstaltung der dritten Staffel der Reihe »Dissolving Territories« beschäftigen wir uns mit digitalen Territorien und Entwicklungen im Kontext von Staatenlosigkeit und Exil. In diesem Zusammenhang sprechen wir mit Duygu Örs. Die Veranstaltung wird eingeleitet mit einen Impulsvortrag von Sinthujan Varatharajah. Hieran anschließend folgt eine Podiumsdiskussion mit:

  • Sinthujan Varataharajah und Duygu Örs
  • Moderation: Iris Rajanayagam (xart splitta)

In der dritten Saison freuen wir uns Elif Küçük mit dabei zu haben, die sowohl konzeptionell/inhaltlich als auch in der künstlerischen Begleitung mitwirken wird.

Um einen Zugangslink für die Veranstaltung zu erhalten, bitten wir um Anmeldung über das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Sinthujan Varatharajah ist politische*r Geograf*in, Essayist*in und Forscher*in in Berlin. Varatharajahs Arbeit konzentriert sich auf Geografien von Macht, Vertreibung und Staatenlosigkeit. 2020 war Varatharajah mit der Ausstellung “wie man* eine arche bewegt” Teil der 11. Berliner Biennale für Zeitgenössische Kunst. Im Frühjahr 2022 erscheint Varatharajahs erstes Buch bei Hanserblau.

Elif Küçük ist eine visuelle Künstlerin und Art Direktorin aus Berlin. Sie arbeitet mit den Mitteln der Foto- und Videografie, der digitalen Illustration und Animation. Im Fokus ihrer Arbeit stehen visuelle Auseinandersetzungen mit Zärtlichkeit, Solidarität und Widerstand. Seit Oktober 2020 arbeitet sie als Editorial Designerin bei ZEIT ONLINE, im Ressort ze.tt.

Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt.


»Dissolving Territories« Teil III findet in Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und im Rahmen des LADS geförderten Projektes #CommunitiesSolidarischDenken statt.

Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Logo der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

OFFENER BRIEF: Atlanta – War da was?

In Solidarität mit den rassistisch und sexistisch angegriffenen Asiatischen Communities veröffentlichen auch wir hier den offenen Brief vom 16. April 2021 der Projektgruppe des Asian Film Network (BAFNET), Deutsche Asiat*innen Make Noise (DAMN*), DIASPOR.ASIA, ichbinkeinvirus.org und korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V.:

For Daoyou Feng, Hyun Jung Grant, Suncha Kim, Soon Chung Park, Xiaojie Tan and Yong Ae Yue 

Offener Brief 

Atlanta – War da was?
Gegen anti-asiatischen Rassismus und gesellschaftliches Schweigen! Für interkommunale Solidarität und dekoloniales Gedenken!

Heute genau vor einem Monat wurden am 16. März 2021 sechs asiatische Migrantinnen aus China und Korea sowie zwei weiße Klient*innen in drei asiatischen Massagesalons in Atlanta (Georgia) durch einen jungen weißen christlichen Fundamentalisten ermordet. Aktive aus asiatisch-diasporischen Communities veranstalteten am 23. März 2021 eine Gedenkfeier für die Opfer der rassistischen und sexistischen Attacken an der Friedensstatue gegen sexualisierte Gewalt an Frauen in Berlin. Außerdem fand  am 28. März 2021 eine Kundgebung vor dem Brandenburger Tor gegenüber der U.S.-Botschaft statt.

Wir sind diverse Menschen mit unterschiedlichen Geschichten aus verschiedenen asiatisch-deutschen Communities wie aus anderen asiatischen Diasporen. Wir solidarisieren uns aus einer transnationalen Perspektive mit den asiatisch-amerikanischen Communities. Mit unserem politischen Handeln wollen wir einen Beitrag leisten, anti-asiatischen Rassismus sichtbarer zu machen und unsere Perspektiven dagegen setzen. Dies kann nur im Zusammenhang mit der Bekämpfung von anderen Formen von Rassismus sowie Sexismus und Klassismus erfolgen! 

Mit Bestürzung müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die gesellschaftspolitische Bedeutung dieses anti-asiatischen Massenmords weder in den USA und noch weniger in Deutschland tatsächlich anerkannt wird. Politisch wurde das Massaker an unschuldigen und unbewaffneten Opfern bisher nicht als terroristischer Anschlag gewertet und strafrechtlich auch nicht als “racial hate crime” verfolgt. Dabei steht außer Frage, dass die Mordtat geplant war und mit menschenverachtender Brutalität auf asiatische Frauen in asiatisch-diasporischen Räumen zielt. Angesichts der Tragweite dieses Ereignisses sind wir enttäuscht und wütend, aber nicht überrascht, dass ein Großteil der deutschen Medien nur spärlich über dieses Ereignis berichtet und unzureichend über historische wie gesellschaftliche Hintergründe informiert. Auch die deutsche Politik und Gesellschaft hat diese Morde nicht zur Kenntnis genommen. Damit setzt sich eine Tradition fort, in der anti-asiatischer Rassismus in der Gesellschaft systematisch unterschätzt, meist institutionell negiert und immer noch zu oft unsichtbar gemacht wird.

Wir weigern uns, als Sündenbock für die Corona-Pandemie instrumentalisiert zu werden. Mehr als 3.750 Angriffe gegen Asian Americans wurden seit Anfang 2020 in den USA verzeichnet. Auch in Deutschland sind verbale und körperliche Angriffe auf asiatisch wahrgenommene Menschen sprunghaft angestiegen. Dass erst jetzt mit der statistischen Erhebung zu anti-asiatischem Rassismus begonnen wird, ist bezeichnend. Dabei ist anti-asiatischer Rassismus auch in Deutschland kein neues Phänomen. Spätestens mit der deutschen Kolonialisierung chinesischer und pazifischer Gebiete im 19. Jahrhundert etablierte sich in Deutschland ein systemischer anti-asiatischer Rassismus. Die rassistischen Pogrome 1991 in Hoyerswerda und 1992 in Rostock-Lichtenhagen, sowie die Ermordung etwa von Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân 1980 in Hamburg, Phan Văn Toản 1997 in Fredersdorf, Duy-Doan Pham 2011 in Neuss und die Vergewaltigung sowie der Mord von Yangjie Li 2016 in Dessau verweisen auf historische Zusammenhänge. Unser Engagement gegen anti-asiatischen Rassismus ist grundlegend mit anti-rassistischen Kämpfen und historischen Erfahrungen von anderen Communities of Color verbunden. Dazu gehört beispielsweise die Auseinandersetzung mit dem NSU-Terror, dem Anschlag von Hanau oder unser Support für die Black Lives Matter-Bewegung. 

Ein Jahr nach dem rassistischen Terroranschlag in Hanau gibt es immer noch keine bundespolitische Gesamtstrategie gegen Rassismus. Weiterhin bleibt unklar, wie die vom Kabinettausschuss gegen Rechtsextremismus und Rassismus vorgelegten Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Auch die Blockade des Demokratiefördergesetzes durch die CDU bringt einmal mehr zum Ausdruck, dass dem Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus keine Priorität eingeräumt und das Engagement von zivilgesellschaftlichen Organisationen nicht gewürdigt wird. 

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Afrofilm Screening #6 I Diasporic Realities

afrofilm#6

Donnerstag, 22. April 2021, 19.30h

**Das Screening wird online stattfinden!**

afrofilm#6
Afrofilm #6

Willkommen zur sechsten Vorführung von Afrofilm & Diasporic Realities!

Afrofilm ist eine selbstorganisierte monatliche Vorführung von Filmen, die das Leben und die Erfahrungen von afrikanischen und afro-descendent Menschen aus verschiedenen geographischen Regionen erzählen. Wir werden Filme für uns selbst zeigen, was bedeutet, dass die Vorführung für ein geschlossenes Publikum für afro und afro-descendent Menschen ist.
Es gibt viel zu wissen und von uns allen zu lernen, und wir denken, dass Filme ein relevanter und effizienter Weg sind, dies zu ermöglichen.

Diesmal ist unser diasporischer Mix poetisch. Wir konzentrieren uns auf den künstlerischen Ausdruck jenseits des Live-Action-Films und zeigen Euch dazu ein Musikvideo, einen Tanzfilm, eine 2D-Animation und visuelle Poesie von Künstler:innen aus Brasilien, Kanada, Frankreich und Deutschland.
Nach der Vorführung von “Mar de Elas”, “Dein Brief“, “Black Soul” und “Black is me” gibt es eine Diskussionsrunde mit zwei der Filmemacher:innen zum Thema künstlerischer Ausdruck als politisches Werkzeug sowie ein Q&A.

Das Screening wird online stattfinden.
Bitte meldet euch an unter afroscreening@tutanota.com. Afrofilm Screening ist ein Safer Space für Schwarze Menschen, bitte schreibt bei der Anmeldung ein paar Worte über euch  – Vielen Dank!

Logo Afrofilm

Mehr Informationen über Afrofilm screenings sind auf Instagram zu finden: @afro.film.


Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Projekt #CommunitiesSolidarischDenken statt.

Umkämpfte Erinnerungen

Flyer Umkämpfte Erinnerungen

Erinnerungskultur in einer Migrationsgesellschaft

Zur Dokumentation: The Living Archives

Dienstag, 23.03.2021, 19h

Eine Kooperation mit dem Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V.

Umkämpfte Erinnerungen Flyer

Podiumsdiskussion mit:

Anita Awosusi, RomaniPhen e.V.

Aziz Dziri, Initiative #WoIstUnserDenkmal

Saraya Gomis, EACH ONE TEACH ONE (EOTO) e.V.

Nataly Jung-Hwa Han, AG “Trostfrauen” im Korea-Verband e.V.

Moderation: Iris Rajanayagam, xart splitta e.V.

Livestream unter: fb.me/e/496rqOdil

Das Jahr 2020 rückte die seit Jahrzehnten bestehenden, vielfältigen Kämpfe um Erinnerungskultur, Deutungshoheit und Gedenkorte in einer Migrationsgesellschaft ein weiteres Mal in den Mittelpunkt. Der Widerstand gegen die Fremdbestimmung durch die Logiken einer weiß-deutsch dominierten Erinnerungskultur zeugt von einem lauten, selbstbestimmten und solidarischen vergangenem Jahr. Das zeigen u. a.

  • die Demonstration „Wir sind die Friedensstatue“ am 25. November 2020 der AG „Trostfrauen“ im Korea Verband zum Erhalt der Statue in Moabit,
  • die Protestaktion am 13. November 2020 zum Schutz des Mahnmals, Denkmals in Gedenken an die ermordeten Sinti und Roma Europas,
  • die Initiative #WoIstUnserDenkmal mit dem im September 2020 in einem Akt der Selbstermächtigung errichteten Mahnmal in Gedenken an die Opfer rassistischer Gewalt und Polizeigewalt am Oranienplatz in Kreuzberg,
  • die Kämpfe um ein Aufarbeitungskonzept zu Berlins kolonialer Vergangenheit und der jährlich vom Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin organisierte Gedenkmarsch zu Ehren der afrikanischen Opfer von Versklavung, Kolonialismus und Rassismus am 29. Februar 2020.

Wir wollen auf Gemeinsamkeiten von Erfahrungen, Kämpfen und Erfolgen eingehen. Wir wollen die Frage nach der demokratischen Legitimation von bestehenden Verfahren und Strukturen in einer Migrationsgesellschaft stellen. Die Auseinandersetzung mit den Strukturen von Erinnerungskultur ist eng mit den Kämpfen um Sichtbarkeit, Repräsentanz und Anerkennung verbunden.

Gemeinsam mit Initiativen haben wir die Notwendigkeit gesehen, einen Raum zu schaffen, in dem wir diese Kraft und diesen Widerstand zusammenbringen, thematisieren und sichtbar machen.

Kontakt: Bahar Sanli, GEKKO Gemeinwesenarbeit, gekko@nachbarschaftshaus.de


Diese Veranstaltung findet im Rahmen des von der LADS geförderten Projektes #CommunitiesSolidarischDenken statt.

Pressemitteilung des Bündnisses #GegenBerufsverbot 2/2021

Nachfolgend findet ihr eine aktuelle Pressemitteilung des Bündnisses #GegenBerufsverbot, an dem sich xart splitta seit Ende 2019 beteiligt:

BERLINER BILDUNGSVERWALTUNG IGNORIERT SEIT JAHREN HÖCHSTRICHTERLICHE RECHTSPRECHUNG – EIN ARMUTSZEUGNIS!

Berlin, 15. Februar 2021: Das Bundesarbeitsgericht bestätigte am 27.08.2020 die Verurteilung des Landes Berlin zu einer Entschädigungszahlung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Nun liegt die schriftliche Begründung der rechtskräftigen Entscheidung vor: Die diskriminierende Einstellungspraxis der Bildungsverwaltung widerspricht der Entscheidung des Bundesverfassungs-gerichts von 2015, nach der das Kopftuch im Unterricht nicht pauschal ablehnt werden darf. Die Bildungsverwaltung ignoriert die Entscheidung und will den Rechtsstreit vor das Bundesverfassungsgericht bringen.

„Die Senatsverwaltung für Bildung missachtet seit Jahren höchstrichterliche Rechtsprechung und scheut sich nicht vor weiteren Niederlagen. Auch wohl nicht vor dem Bundesverfassungsgericht, wo Frau Scheeres entgegen gravierender rechtlicher Bedenken eine Verfassungsbeschwerde einreichen will. An der diskriminierenden Einstellungspraxis hat sich in Berlin auch nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts nichts geändert, muslimischen Lehrerinnen wird ein gleichberechtigter Zugang weiterhin verwehrt! Die Verurteilungen zu lächerlichen Entschädigungs- und Vergleichszahlungen schmerzen nicht, diese Ignoranz sollte Konsequenzen haben“, so Zeynep Çetin von Inssan e.V.

„Das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes in Erfurt stellt eine hochrangige Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit des Arbeitsverbots bzw. des sog. Neutralitätsgesetzes und der Religionsfreiheit muslimischer Frauen* in Deutschland dar. Auch hat das Urteil symbolischen Wert und erinnert Politik und Gesellschaft daran, dass die Kriminalisierung und der Ausschluss von Muslim*innen falsch ist und verhindert werden muss“, so  Miriam Aced vom Bündnis #GegenBerufsverbot.

Gabriele Boos-Niazy vom Aktionsbündnis muslimischer Frauen (AmF) kommentierte: „Schon im August 2020 schrieb das BAG in seiner Pressemitteilung der Berliner Senatsverwaltung ins Stammbuch, dass die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts auch für sie Geltung haben. Die nunmehr seit fast sechs Jahren anhaltende Missachtung dieses Grundsatzes unserer Rechtsordnung ist ein fatales Signal nicht nur gegenüber den unmittelbar betroffenen Frauen, sondern weit darüber hinaus. Es ist höchste Zeit, dass der Senat sich an die selbst gesetzten Richtlinien seiner Regierungspolitik hält, in denen er verspricht: „Der Senat setzt sich für einen diskriminierungsfreien Zugang zu Ausbildung und Beruf ein.“

Seit 2017 wehrte sich die Klägerin gegen die Ablehnung durch das Land Berlin, mit Kopftuch an der Schule zu unterrichten. Sie verklagte das Land Berlin auf Schadenersatz wegen Diskriminierung aufgrund der Religion nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Die Klage wurde in erster Instanz abgewiesen. In zweiter Instanz entschied das Landesarbeitsgericht Berlin jedoch zugunsten der Klägerin und sprach ihr Recht zu und verurteilte das Land zur Zahlung einer Entschädigung. Das Land Berlin könne sich für die Ablehnung der Bewerbung nicht auf das sog. Neutralitätsgesetz berufen. Das sog. Neutralitätsgesetz verstoße gegen die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts, an die es gebunden ist. Ein pauschales Berufsverbot für muslimische Lehrerinnen mit Kopftuch ist unzulässig. Das Land Berlin war gegen das Urteil vorgegangen und hatte Revision beim Bundesarbeitsgericht eingelegt.

Pressemitteilung als PDF


Über das Bündnis #GegenBerufsverbotDas Bündnis #GegenBerufsverbot ist ein Zusammenschluss mehrerer Organisationen und Privatpersonen, die zum Thema Anti-Rassismus und Feminismus arbeiten und in der Debatte um das sogenannte Neutralitätsgesetz sowohl die Betroffenenperspektive als auch menschen-, bürger- und frauen*rechtliche Argumente sichtbar macht.

Kontakt:

Email: info@gegenberufsverbot.de

Homepage: https://gegenberufsverbot.de/