DISSOLVING TERRITORIES | kulturgeographien eines neuen eelams

Nahaufnahme von Flusswasser zeigt gebirgsartige Wellenformation

Teil III

**Alle Veranstaltungen finden online statt**

Wir freuen uns in diesem Jahr unsere Veranstaltungsreihe »Dissolving Territories| kulturgeographien eines neuen eelams« nach einer einjährigen Corona-bedingten Pause mit einer dritten Saison fortführen zu können.

»DISSOLVING TERRITORIES« beschäftigt sich mit Fragen von Exil, Vertreibung und Staatenlosigkeit aus einer gezielt eelam-tamilischen Perspektive. In dieser Reihe wird versucht, diese Lebensrealitäten und Erfahrungen in den Mittelpunkt zu rücken; Lebenswelten, die seit jeher sowohl innerhalb, als auch außerhalb Deutschlands ignoriert, deplatziert und zum Schweigen gebracht wurden. Mit dieser Reihe wollen wir die alltäglichen Erinnerungs- und Widerstandskulturen von Eelam Tamil:innen betrachten und den Versuch unternehmen, sowohl territoriale und kulturgeographische Fragen zu erörtern, als auch lokale Mythen rund um die Themen Flucht und Widerstand in Deutschland zu dekonstruieren.

Die dritte Saison von »Dissolving Territories« ist dem Aspekt der Solidarität zwischen verschiedenen unterdrückten und staatenlosen Völkern gewidmet: hierzu werden wir eelam-tamilische und kurdische Perspektiven zusammenbringen und hier explizit nach Schnittstellen in Bezug auf Erfahrungen im (deutschen) Exil eingehen. Themen, die wir ansprechen werden umfassen:

  • Digitale Landschaften
  • Stoffe und Kleidung
  • Geburten im Exil

Die Reihe »Dissolving Territories« wurde gemeinsam von Iris Rajanayagam (xart splitta) und Sinthujan Varatharajah initiiert und konzipiert. In der dritten Saison freuen wir uns Elif Küçük mit dabei zu haben, die sowohl konzeptionell/inhaltlich als auch in der künstlerischen Begleitung mitwirken wird.


Digitale Landschaften

Mittwoch, 12. Mai 2021, 19h

Im Gespräch mit Duygu Örs

**Diese Veranstaltung findet online statt**

Welche Rolle spielt das Internet im Kontext für Staatenlosigkeit und Exil? Wie werden soziale Medien von staatenlosen Menschen und Exilant:innen genutzt? Welches Potential birgt das Internet für Menschen, die physisch voneinander getrennt leben? In welcher Beziehung stehen digitale Räume zu physischen Realitäten? Und wo sind potentielle Grenzen der Digitalisierung?

In der ersten Veranstaltung der dritten Staffel der Reihe »Dissolving Territories« beschäftigen wir uns mit digitalen Territorien und Entwicklungen im Kontext von Staatenlosigkeit und Exil. In diesem Zusammenhang sprechen wir mit Duygu Örs. Die Veranstaltung wird eingeleitet mit einen Impulsvortrag von Sinthujan Varatharajah. Hieran anschließend folgt eine Podiumsdiskussion mit:

  • Sinthujan Varataharajah und Duygu Örs
  • Moderation: Iris Rajanayagam (xart splitta)

In der dritten Saison freuen wir uns Elif Küçük mit dabei zu haben, die sowohl konzeptionell/inhaltlich als auch in der künstlerischen Begleitung mitwirken wird.

Um einen Zugangslink für die Veranstaltung zu erhalten, bitten wir um Anmeldung über das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Sinthujan Varatharajah ist politische*r Geograf*in, Essayist*in und Forscher*in in Berlin. Varatharajahs Arbeit konzentriert sich auf Geografien von Macht, Vertreibung und Staatenlosigkeit. 2020 war Varatharajah mit der Ausstellung “wie man* eine arche bewegt” Teil der 11. Berliner Biennale für Zeitgenössische Kunst. Im Frühjahr 2022 erscheint Varatharajahs erstes Buch bei Hanserblau.

Elif Küçük ist eine visuelle Künstlerin und Art Direktorin aus Berlin. Sie arbeitet mit den Mitteln der Foto- und Videografie, der digitalen Illustration und Animation. Im Fokus ihrer Arbeit stehen visuelle Auseinandersetzungen mit Zärtlichkeit, Solidarität und Widerstand. Seit Oktober 2020 arbeitet sie als Editorial Designerin bei ZEIT ONLINE, im Ressort ze.tt.

Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt.


»Dissolving Territories« Teil III findet in Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und im Rahmen des LADS geförderten Projektes #CommunitiesSolidarischDenken statt.

Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Logo der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Afrofilm Screening #6 I Diasporic Realities

afrofilm#6

Donnerstag, 22. April 2021, 19.30h

**Das Screening wird online stattfinden!**

afrofilm#6
Afrofilm #6

Willkommen zur sechsten Vorführung von Afrofilm & Diasporic Realities!

Afrofilm ist eine selbstorganisierte monatliche Vorführung von Filmen, die das Leben und die Erfahrungen von afrikanischen und afro-descendent Menschen aus verschiedenen geographischen Regionen erzählen. Wir werden Filme für uns selbst zeigen, was bedeutet, dass die Vorführung für ein geschlossenes Publikum für afro und afro-descendent Menschen ist.
Es gibt viel zu wissen und von uns allen zu lernen, und wir denken, dass Filme ein relevanter und effizienter Weg sind, dies zu ermöglichen.

Diesmal ist unser diasporischer Mix poetisch. Wir konzentrieren uns auf den künstlerischen Ausdruck jenseits des Live-Action-Films und zeigen Euch dazu ein Musikvideo, einen Tanzfilm, eine 2D-Animation und visuelle Poesie von Künstler:innen aus Brasilien, Kanada, Frankreich und Deutschland.
Nach der Vorführung von “Mar de Elas”, “Dein Brief“, “Black Soul” und “Black is me” gibt es eine Diskussionsrunde mit zwei der Filmemacher:innen zum Thema künstlerischer Ausdruck als politisches Werkzeug sowie ein Q&A.

Das Screening wird online stattfinden.
Bitte meldet euch an unter afroscreening@tutanota.com. Afrofilm Screening ist ein Safer Space für Schwarze Menschen, bitte schreibt bei der Anmeldung ein paar Worte über euch  – Vielen Dank!

Logo Afrofilm

Mehr Informationen über Afrofilm screenings sind auf Instagram zu finden: @afro.film.


Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Projekt #CommunitiesSolidarischDenken statt.

Umkämpfte Erinnerungen

Flyer Umkämpfte Erinnerungen

Erinnerungskultur in einer Migrationsgesellschaft

Zur Dokumentation: The Living Archives

Dienstag, 23.03.2021, 19h

Eine Kooperation mit dem Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V.

Umkämpfte Erinnerungen Flyer

Podiumsdiskussion mit:

Anita Awosusi, RomaniPhen e.V.

Aziz Dziri, Initiative #WoIstUnserDenkmal

Saraya Gomis, EACH ONE TEACH ONE (EOTO) e.V.

Nataly Jung-Hwa Han, AG “Trostfrauen” im Korea-Verband e.V.

Moderation: Iris Rajanayagam, xart splitta e.V.

Livestream unter: fb.me/e/496rqOdil

Das Jahr 2020 rückte die seit Jahrzehnten bestehenden, vielfältigen Kämpfe um Erinnerungskultur, Deutungshoheit und Gedenkorte in einer Migrationsgesellschaft ein weiteres Mal in den Mittelpunkt. Der Widerstand gegen die Fremdbestimmung durch die Logiken einer weiß-deutsch dominierten Erinnerungskultur zeugt von einem lauten, selbstbestimmten und solidarischen vergangenem Jahr. Das zeigen u. a.

  • die Demonstration „Wir sind die Friedensstatue“ am 25. November 2020 der AG „Trostfrauen“ im Korea Verband zum Erhalt der Statue in Moabit,
  • die Protestaktion am 13. November 2020 zum Schutz des Mahnmals, Denkmals in Gedenken an die ermordeten Sinti und Roma Europas,
  • die Initiative #WoIstUnserDenkmal mit dem im September 2020 in einem Akt der Selbstermächtigung errichteten Mahnmal in Gedenken an die Opfer rassistischer Gewalt und Polizeigewalt am Oranienplatz in Kreuzberg,
  • die Kämpfe um ein Aufarbeitungskonzept zu Berlins kolonialer Vergangenheit und der jährlich vom Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin organisierte Gedenkmarsch zu Ehren der afrikanischen Opfer von Versklavung, Kolonialismus und Rassismus am 29. Februar 2020.

Wir wollen auf Gemeinsamkeiten von Erfahrungen, Kämpfen und Erfolgen eingehen. Wir wollen die Frage nach der demokratischen Legitimation von bestehenden Verfahren und Strukturen in einer Migrationsgesellschaft stellen. Die Auseinandersetzung mit den Strukturen von Erinnerungskultur ist eng mit den Kämpfen um Sichtbarkeit, Repräsentanz und Anerkennung verbunden.

Gemeinsam mit Initiativen haben wir die Notwendigkeit gesehen, einen Raum zu schaffen, in dem wir diese Kraft und diesen Widerstand zusammenbringen, thematisieren und sichtbar machen.

Kontakt: Bahar Sanli, GEKKO Gemeinwesenarbeit, gekko@nachbarschaftshaus.de


Diese Veranstaltung findet im Rahmen des von der LADS geförderten Projektes #CommunitiesSolidarischDenken statt.

DGS I & II Kurse mit dem Team von Lebendige Gebärden I Frühling 2021

Infografik DGS Kurse Frühling 2021

**DGS I ist bereits ausgebucht**

**Diese Kurse finden online statt!**

DGS I: Dienstags, 16. März – 8. Juni 2021, 19:00-20:30h

und

DGS II: Mittwochs, 17. März – 2. Juni 2021, 17:00-18:30h

Infografik DGS Kurse Frühling 2021

Auch in diesem Jahr freuen wir uns, einen DGS I Kurs mit Diana Spieß und dem Team von “Lebendige Gebärden” anbieten zu können.

Der erste Kurs (DGS I) findet vom 16. März bis 8. Juni 2021 wöchentlich, Dienstags von 19-20:30h online statt. (Am 30. März,
6. April und 1. Juni findet kein Kurs statt!)

Der zweite Kurs (DGS II) findet vom 17. März bis 2. Juni 2020 wöchentlich, Mittwochs von 17-18:30h online statt. (Am 31. März und 7. April findet kein Kurs statt!)

Beide Kurse umfassen 10 Termine.

Bei Interesse, Anmeldung und Fragen zu Teilnahmebedingungen, schreibt bitte bis zum 10. März 2021 eine Email an: contact@xartsplitta.net.

Informationen zu den Kursen:

Bitte beachtet folgende Hinweise:

– Personen, die nicht an einem DGS I Kurs bei xart splitta bzw. Lebendige Gebärden teilgenommen haben, müssen die Absolvierung der vorigen Niveaustufe(n) oder entsprechende Vorkenntnisse durch ein Skype-Interview nachweisen, um am DGS II Kurs teilnehmen zu können.

– Eine Teilnahmebescheinigung kann von Lebendige Gebärden nur ausgehändigt werden, wenn eine Teilnahme am Kurs von 70% oder höher vorliegt.

– Eine dolmetschende Person wird bei Kursbeginn anwesend sein.

– Nach der Einführung erhalten Teilnehmende die Unterrichtsmaterialen per E-Mail und im Chat bei Zoom. Diese können im Nachhinein ausdruckt werden. Das Unterrichtsmaterial ist nur für teilnehmende Personen bestimmt und darf nicht an Dritte weitergegeben werden.

– Ein oder zwei Stunden vor dem Kursbeginn erhalten Teilnehmende eine E-Mail mit den Zugangsdaten und anderen wichtigen Informationen für die Kursteilnahme über Webcam.

Kursinhalte DGS I:

In dieser ersten Kursstufe lernen die Teilnehmenden grundlegende Kenntnisse zur Deutschen Gebärdensprache wie das Fingeralphabet, Vokabeln, Fragewörter, Zahlen und einfache Sätze. Außerdem werden die Teilnehmenden in drei wichtigen Grundtechniken der Deutschen Gebärdensprache eingeführt: die visuelle Wahrnehmung, die Mimik und die nonverbale sowie gestische Kommunikation.

Sitzung 01 – Einführung Teil 1 – Grundtechniken der visuellen Modalität etc.
Sitzung 02 – Einführung Teil 2 – Grundtechniken der visuellen Modalität & Fragen
Sitzung 03 – Personalpronomen, Possessivpronomen, Demonstrativpronomen
Sitzung 04 – Ausdrücke für Bitten und Nachfragen, Bejahung und Verneinung
Sitzung 05 – Personenbezogene Richtungsverb, Benefaktivpronomen
Sitzung 06 – Vollverben „haben“ und „da sein“
Sitzung 07 – Grundzahlen
Sitzung 08 – Ordnungszahlen, Modalverben mit Alpha-Verneinung
Sitzung 09 – Bedeutung und Differenzierung von ZUSAMMEN
Sitzung 10 – Was gehört wem? und Wo ist das?

Kursinhalte DGS II:

Bei DGS II bekommsen die Teinehmenden einen weiteren Einblick in die Gehörlosenkultur.  Natürlich machen wir auch mit der Gebärdensprache weiter. Die Vokabeln, die schon bei DGS I gelernt wurden, werden wiederholt, um sicherzugehen, dass nichts vergessen wurde. Dazu werden
viele neue Vokabeln für Gefühle und Emotionen gelernt. Ein großes Thema bei DGS II ist Zeit: das heißt viele Gebärden für Wochentage, Monate und andere Zeitangaben. Zudem erfahren die Teilnehmenden wie Uhrzeiten auf DGS ausgedrückt werden. Da kommt auch die Zeitlinie hinzu; sie ist ein wichtiger Teil der Grammatik der DGS, denn damit wird Tempus ausgedrückt. Die Struktur von Aussage- und Entscheidungsfragesätzen wird geübt und, dieim Kurs gelernten Gebärden und Strukturen werden auch durchDialogübungen gestärkt.

Sitzung 01 – Geschichte der Gehörlosenschule, Kultur der Gehörlosen
Sitzung 02 – Aussage oder Entscheidungsfragesatz
Sitzung 03 – Zeitlinien
Sitzung 04 – Die un- und bestimmte Zeitangaben
Sitzung 05 – Inkorporation bei „Woche“
Sitzung 06 – Inkorporation bei „Jahr“
Sitzung 07 – Euro und Cent
Sitzung 08 – Inkorporation bei „Woche“ – Übungen, Verben
Sitzung 09 – Inkorporation bei „Jahr“ – Übungen, Verben
Sitzung 10 – Bewegungsbeschreibung, Verbe


Zu Diana Spieß:

“Bist DU taub? ICH bin es! GEBÄRDENSPRACHE IST SPANNEND, VIELFÄLTIG UND WOW!”

Diana Spieß wuchs in einer tauben und gebärdensprachnutzenden Familie als taub Geborene auf. Sie ist auf dem Gebiet der Gebärdensprache Muttersprachlerin. Von frühster Kindheit an bestand ihr Interesse an einem Austausch mit der hörenden Welt. Nach einer Ausbildung und der beruflichen Tätigkeit als Sozialpädagogische Assistentin, qualifizierte sie sich erfolgreich zur Gebärdensprachdozentin. Seit dem ist sie neben vielen anderen Sozialen- und Schulprojekten im Bereich der Gebärdensprachvermittlung sehr aktiv.

Weitere Infomationen zu Diana Spieß und Lebendige Gebärden unter: www.lebendige-gebaerden.de

Moving Into Sunlight: Decolonial Gestures, Embodied Archives

Freitag & Samstag, 12. & 13. März 2021

Eine zweitägige Veranstaltung mit Live-Kunst-Performances und Interventionen, die Körperarchive als Orte des dekolonialen Wissens, des Widerstands und der Selbstermächtigung für BIPoC, (post-)migrantische, diasporische und queere Communities in Berlin in den Mittelpunkt stellen.

Gaphic Design von Imad Gebrayel

12. März bei xart splitta *online*

13. März im Nachbarschaftshaus Urbanstraße *online*

Künstler:innen: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, Raju Rage + Nad MA, Nine Yamamoto-Masson, Sajan Mani + Aroh Akunth, a.s. sumukha

Kuratiert von Kathy-Ann Tan in Zusammenarbeit mit xart splitta.

“When I speak of the erotic, then, I speak of it as an assertion of […] that creative energy empowered, the knowledge and use of which we are now reclaiming in our language, our history, our dancing, our loving, our work, our lives.” – Audre Lorde, “The Uses of the Erotic: The Erotic as Power”.

“Audre Lorde schreibt über die Erotik als eine zutiefst motivierende und ermächtigende Kraft, die in den Körpern von Womxn of Colour lebt. Indem “Moving Into Sunlight” das Wissen, die Geschichte, das Lachen, die Kämpfe, die Widerstandsfähigkeit und die Macht von queeren und BIPoC-Leben in den Mittelpunkt stellt, stört und sprengt es den “westlichen”, kolonialen Blick, der diese Subjektivitäten seit Jahrhunderten gesammelt, “studiert”, seziert, rassifiziert, sexualisiert und reguliert hat. Unsere Körper sind unsere Archive. Sie halten, speichern, bewahren auf, reagieren auf und verarbeiten Erfahrungen von Trauma, Freude, Schock, Krankheit, Aufregung, Schmerz, etc. Für postkoloniale, migrantische und diasporische Subjekte wird der Körper zu einem primären Ort des Widerstands und der Ermächtigung, der Selbstrepräsentation und Transformation, für eindringliche Erfahrungen der Verbindung mit dem Leben und dem Vermächtnis derer, die vor ihnen kamen. Der Kampf um soziale Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und Wiedergutmachung ist noch lange nicht vorbei, und diese Veranstaltung lädt Künstler:innen, Kulturschaffende, Aktivist:innen, Wissenschaftler:innen und alle, die sich auf die eine oder andere Weise angesprochen fühlen, ein, im Geiste des Teilens, der Fürsorge und der kollektiven Strategie zusammenzukommen.

Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Lautsprache und komplett online statt. BIPoC und (post-)migrantische Bewohner:innen aus der Nachbarschaft der Veranstaltungsorte in Berlin-Kreuzberg/Neukölln sind besonders willkommen. Meldet euch bitte bis zum 10.03.2021 per E-Mail über movingintosunlight@gmail.com an, wenn ihr teilnehmen möchten. Bitte gebt an, ob ihr eine Gebärdensprachdolmetschung benötigt.

Ablauf

12 März 2021

18.00h: a.s. sumukha kurze Intervention
18.30h: Sajan Mani + Aroh Akunth Performance
19.30h: a.s. sumukha kurze Intervention
20.15h: Nine Yamamoto-Masson Video-Performance
21:15h: a.s. sumukha kurze Intervention
21.30h: Schluss

13. März 2021

13.00h: Begrüßung mit Kathy-Ann Tan, Iris Rajanayagam und Bahar Sanli
13.30h: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro Performance
14.30h: Pause
15.00h: Raju Rage + Nad MA Performance
16.00h: Pause
16.30h: Gruppen-Sessions mit Workshopleitenden auf Zoom
17.30h: Pause
18.00h: Q&A Diskussion und kollaborative Dokumentation
19.00h: Abschluss


Künstler:innen

Fotocredit: Roland Bisse Essomba 2018 RAVY Festival Goethe-Institut Yaoundé, Kamerun

Anguezomo Mba Bikoro verbindet Archäologie, Klangradio, Schrift, Textilien, Skulptur, Live-Kunst-Performances, Film und Archive zu immersiven Installationen. Die Arbeit analysiert Prozesse der Macht & Wissenschaftsfiktionen in historischen Archiven, die sich kritisch mit Migrationskämpfen und kolonialer Erinnerung auseinandersetzen. Die Künstlerin schafft Umgebungen für alternative Narrative und Zukunftsspekulationen kolonialer Widerstandsbewegungen, die von afrikanischen Frauen der deutschen Diaspora und indigenen Gemeinschaften angeführt wurden. Sedimentiert in Erzählungen von testimonialen Black-Queer-Erfahrungen von sonischen Naturarchiven, Revolte, queering ecologies und postkolonialen feministischen Erfahrungen hin zu neuen Denkmälern, die auf die unterschiedlichen Töne von Gesellschaften zwischen Wahn & Ritual reagieren. Die Arbeit bietet komplexe nicht-binäre Lesarten, die neue Untersuchungen über die Architekturen von Rassismen in Städten, die Archäologien urbaner Räume & Ökonomien traditioneller Systeme vorantreiben, indem sie die Grenzen von Technologien als funktionale Gedächtnisaufzeichnungen aufzeigen.

“Where Is Your Fire?”
what to say to you now in the soft afternoon air as you hold us all in a single death i say “where is your fire?”

i say where is your fire?
you got to fight it and pass it on
you got to find it and pass it on from you to me from me to her from her to him from the son to the
father from the brother to the sister from the daughter to the mother from the mother to the child
i say where is your fire?
i say where is your fire?
can’t you smell it ?
coming out of our past
the fire of living not dying
the fire of loving not killing
the fire blackness not gangster shadows
where is our beautiful fire that gave
light to the world?

Auszug aus “Catch the Fire” von Sonia Sanchez

Anguezomo Mba Bikoro präsentiert “Where Is Your Fire”, ein Trauerritual, das auf Archivmaterial Schwarzer Abolitionist:innen zurückgreift und die Geschichte eines verlorenen Gerichtsverfahrens aus dem 19. Jahrhundert über die Ermordung einer Herero-Prinzessin und eines gestohlenen afrikanisch-deutschen Theaterskripts nachzeichnet. Die Künstlerin folgt den vielfachen Routen Schwarzer Feministischer Schriftsteller:innen, die durch die Fiktionen botanischer Kolonialfiktionen verwoben sind und Zeugnisse antikolonialer Kämpfe und Warnungen im mythischen Geist des Drexciyan-Aufstandes übermitteln.


Fotocredit: Billie Clarken Photography

Sajan Mani ist ein intersektionaler Künstler, der aus einer Familie von Kautschukzapfern in einem abgelegenen Dorf im nördlichen Teil von Keralam, Südindien, stammt. Seine Arbeit bringt die Probleme der marginalisierten und unterdrückten Völker Indiens zum Ausdruck, und zwar durch den “Black Dalit body” des Künstlers. Manis Performance-Praxis besteht auf verkörperter Präsenz, konfrontiert mit Schmerz, Scham, Angst und Macht. Sein persönliches Rendezvous mit seinem Körper als Treffpunkt von Geschichte und Gegenwart öffnet den Blick auf den “Körper” als soziopolitische Metapher. Mehrere von Manis Performances verwenden das Element Wasser, um ökologische Themen anzusprechen, insbesondere im Zusammenhang mit den Backwaters von Kerala, sowie das allgemeine Thema der Migration. Seine jüngsten Arbeiten betrachten die Korrespondenz zwischen Tieren und Menschen und die Politik des Raumes aus der Perspektive einer indigenen Kosmologie.

Aroh Akunth ist ein:e Dalit-Queer Interdisziplinäre Künstler:in. Derzeit lebt Aroh Akunth zwischen Göttingen und Delhi. Aroh Akunth hat einen Bachelor in Sozialwissenschaften und absolviert derzeit einen Master in Modern Indian Studies. Aroh Akunth ist auch Gründer:in des Dalit Art Archive und der Dalit Queer Project Initiativen, die die Narrative ihrer Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellen. Als Künstler:in interessiert sich Aroh Akunth für die Erforschung von Kaste und Queerness als Welten durch ihre Experimente mit Worten, Sound, Visuals und Performance.

“Shambuka” ist eine Performance, die das fortbestehende Vermächtnis der Hindu-Epen und der Kasten-Apartheid in der Politik des indischen Subkontinents im 21. Jahrhundert verortet. Im Laufe der Jahre war der Mord an Shambuka sowohl für Anti-Kasten-Gelehrte wie Ambedkar als auch für progressive Künstler:innen von akademischem Interesse. Wo Eklavya für seine Träume als Avarna bestraft wurde, zahlte Shambuka den Preis für seinen Erfolg in einer Kastengesellschaft. Die Performance regt dazu an, über die Art und Weise nachzudenken, wie die Vorherrschaft der Kaste die Identitäten, die wir verkörpern, informiert und mit ihnen interagiert, und was es für Menschen, deren Körper von der Kaste gezeichnet sind, bedeutet, in einer metaphorischen Schleife festzustecken.


Raju Rage ist ein:e zarte:r Stier (Taurus). Raju Rage ist auch ein Künstler:in und kreative:r Pädagog:in, arbeitet mit Heilungs- und Pflegeprozessen und -praktiken und verwendet Werkzeuge der Transformation und Resilienz im Angesicht von Raubbau und Extraktivismus von hetero- und homonormativen Cistemen.
@Raju_Rage

Nad MA ist ein:e wahrhaft sinnliche:r SKorpion (Scorpio). Nad MA arbeitet mit Körperlichkeit und der Politik des Körpers als Massagetherapeut:in, Körperpiercer:in, Shibari-Lehrer:in, Drag King und Workshop-Leiter:in. Nad MA interessiert sich auch für Spiritualität und die Heilung aller Wesen.
@Nadnadius

Transistenz: gegen Körper*, die wir lieben
Ein partizipatorischer Live-Stream Drag – Care – Austausch mit Raju Rage und Nad MA, zwei geschlechtsuntypischen Körpern, die ausloten, was hinter der Ästhetik und Performance von Drag liegt, und die nicht-sexuelle Intimität und erotische Kraft jenseits des Frauseins erforschen. Wir stellen euch die Alter-Egos ‘Lola Love’ und ‘Hugo’ vor und laden euch ein, euch mit uns zu solidarisieren und euch gemeinsam zu engagieren.


Nine Yamamoto-Masson ist eine französisch-japanische Künstlerin, Theoretikerin, Autorin, Forscherin und Übersetzerin. In ihrer akademischen Forschung, künstlerischen und aktivistischen Praxis analysiert sie die vergeschlechtlichte Nekropolitik der (Neo)Kolonialität im Hinblick auf die Hinterlassenschaften des europäischen und japanischen Kolonialismus, wie sie sich gegenwärtig als Machtkonfigurationen und Wissensökonomien manifestieren, die Gewalt auf Körper und Zukünfte ausüben. Sie untersucht die Organisationsformen des vernetzten Widerstands und das Wirken widerständiger Erinnerung, die hegemoniale, dominante Narrative herausfordert, wobei sie sich auf die Rolle von Kunst und interdiasporischen, internationalistischen, generationenübergreifenden Solidaritäten konzentriert. Sie ist Doktorandin an der Universität von Amsterdam.

“Nobody Died” spürt der Reibung verschiedener Formen von Auseinandersetzungen über die Trauer um Leben nach, die systematisch entwertet und gewaltsam verletzt oder genommen werden, im Kontext dessen, wie sich rassifizierte und geschlechtsspezifische Gewalt in individuellen und kollektiven Körpern ansammelt und unter den entzündeten Narben wie glühende Konstellationskarten juckt, die vorwärts und zurück durch die Zeit und über den Globus, über Generationen hinweg reichen. Es beinhaltet ein Video und eine Installation von Collagen und Zeichnungen, die auf einer fotografischen Dokumentation der spannungsgeladenen Veränderungen (und entsprechenden Nachrichten) auf Straßenebene in NYC im Frühjahr/Sommer 2020 basieren, wo die Künstlerin aufgrund von Covid gestrandet war und wie so viele gezwungen war, Trauerrituale zu improvisieren, um die Toten angesichts einer sich ständig verschärfenden auf weißer Vorherrschaft basierenden Hierarchie der Gefühle zu ehren. Die Videolesung Is a Film a Bone (2020) ist Teil eines Rituals. Sie handelt von der Trauerarbeit, davon, wie man den Toten gerecht wird, von den Kämpfen, die Vergangenheit zurückzufordern und sich die Zukunft wieder anzueignen. Es geht um die verborgenen Wurmlöcher, die die verschiedenen Raum-Zeiten verbinden, in die der Künstler verstrickt ist. Es geht darum, wie man mit dem Feuer lebt, und um seine Rolle als Geburtshelfer einer neuen Welt.


Bild: Grüne Tara. Credits: a.s. sumukha

a.s. sumukha ist Dichter:in, Gelehrte:r und Aktivist:in.

“BRAUNES KARMA * SCHWARZES DHARMA (2021)”
Fühlend, lesend und sprechend gegen den Strich, begeht a.s. sumukha Vorziege-Minderheiten-Selbstmord. Indem a.s. sumukha an die Solidarität zwischen der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA und dem Widerstand gegen das Kastesystem in Indien erinnert, wendet a.s. sumukha sich dem “Black Dharma” zu, einer aufkommenden Strömung des nordamerikanischen Buddhismus, die reformistische postvedische Praktiken mit der Black Radical Tradition verbindet. Auf diese Weise betrachtet a.s. sumukha verschiedene Beziehungen von Macht ohne Herrschaft, die a.s. sumukha auf eine Lektüre von Lordes Erotik als Macht überträgt.


Workshopleitenden

Fotocredits: Zara Zandieh

Iris Rajanayagam ist Historikerin (MA Humboldt-Universität Berlin). Sie arbeitet zu post- und dekolonialen Theorien, Intersektionalität, Erinnerungspolitik und Social Change; sie ist Leiterin des Vereins xart splitta und Dozentin an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Außerdem ist Iris Rajanayagam Vorstandsmitglied des Migrationsrates Berlin und war viele Jahre in der Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen aktiv.


Rena Onat ist Frauen*beauftragte und Kunst- und Medienwissenschaftlerin. Sie arbeitet derzeit an ihrer Doktorarbeit über Kunstwerke von QTIBIPoC-Künstler:innen im deutschen Kontext und beleuchtet dabei Ausdrucksformen von Queer of Color-Kritik in und durch Kunst und visuelle Kultur. Sie ist eine deutsch-türkische Femme of Color, die Pferde mag.


Yergalem Yagi Taffere hat viele Eisen im Feuer. Wenn sie könnte, wäre sie jedes Wochenende an einem anderen Ort und würde sich die wichtigen Geschichten verschiedener Menschen und ihrer eigenen diasporischen Lebensrealitäten anhören. Sie ist Regisseurin, Fotografin, Performerin und DJ. Derzeit arbeitet sie an “Yagi’s Kaleidoscope”.


Mai Zeidani Yufanyi ist Sozialwissenschaftlerin; in ihrer Arbeit bei Inssan e.V. beschäftigt sie sich mit Antidiskriminierung und postkolonialen Migrationsgesellschaften in Europa, Asyl- und Migrationspolitik. Als Person of Colour und Migrantin mit muslimischen und jüdischen Wurzeln in Palästina und Europa spielen intersektionale Ansätze eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit.


Magnus Elias Rosengarten ist ein Schriftsteller und Künstler, der derzeit in Berlin lebt. In seiner Arbeit erforscht er Körper und Narrative – mittels Text, Performance, Bewegtbild und der körperlosen Stimme – die sich in der globalen Diaspora bewegen und kontinuierlich manifestieren. Er studierte an der Humboldt Universität in Berlin und schloss sein Studium der Performance Studies an der New York University, Tisch School of the Arts ab.


Sophya Frohberg ist Kuratorin und Forscherin und lebt in Berlin. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Sichtbarkeit Schwarzer, queerer und intersektionaler zeitgenössischer Kunst sowie mit radikalen dekolonialen Praktiken innerhalb kultureller Institutionen. Derzeit erforscht sie mit ihrer Arbeitsgruppe CCC – Curating Through Conflict with Care – Wege zu einem verantwortungsvollen, nicht-hierarchischen Kuratieren.


Kuratorin

Kathy-Ann Tan ist eine in Berlin lebende Kuratorin, Autorin und unabhängige Wissenschaftlerin für visuelle Kunst und Performance, postkoloniale und dekoloniale Theorie und Gender/Queer Studies. Sie interessiert sich für alternative Modelle der Kunstverbreitung, des Ausstellungsmachens und des Aufbaus von Institutionen, die auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit in der heutigen Zeit abgestimmt sind. Ihr laufendes Projekt decolonialartarchives zielt darauf ab, gemeinsam ein Forum für Künstler:innen, Kurator:innen und Kulturschaffende aufzubauen, um Wege zu entwickeln, koloniale Narrative zu hinterfragen.


Programmflyer (Eng.)

Seite I
Seite II

Gefördert aus Mitteln des Programms Impact-Förderung 2021 der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa:


Diese Veranstaltung findet im Rahmen des, von der LADS geförderten Projektes #CommunitiesSolidarischDenken statt.