Symposium “Queer of Color Critique”

Freitag, 24. Mai 2024, ab 12:00 Uhr

Kreuzberger Kinderstiftung, Ratiborstr. 14a, 10999 Berlin

Diese Veranstaltung wird in deutscher und englischer Lautsprache sowie Deutsche Gebärdensprache stattfinden.

Selbstverständlich ist Queer of Color-Kritik nicht homogen und es gibt nicht nur eine Linie. Die Linien erscheinen jedoch oft nur flüchtig, sind mal deutlicher, mal ephemer, mal fehlen Punkte auf der Linie oder Stationen auf dem Weg, die es einmal gab, die jedoch verschwunden sind durch Auslöschung, Vergessen, Repression, Gewalt oder Pandemien.

 – Dr. Rena Onat
Ankündigung in DGS

Queer of Color Critique bedeutet zunächst eine kritische Sicht von queeren und BIPoC positionierten Personen. Obwohl es keine einheitliche Gruppe von Queers of Color gibt, wird dieser Begriff derzeit eher von QTIBIPoCs (QueerTransInter* UND Black Indigenous People of Color) verwendet. Es besteht die Gemeinsamkeit, sowohl von Rassismus als auch von Homo- und/oder Transfeindlichkeit betroffen zu sein. Das bedeutet auch, dass es geteilte Erfahrungen sowie gemeinsame Widerstands-, Überlebens- und Empowermentstrategien gibt.

Queer of Color Critique war immer wieder Thema in den Räumen von xart splitta, zum Beispiel in dem gleichnamigen Lesekreis oder bei der Veröffentlichung von Rena Onats Dissertation „Queere Künstler*innen of Color“. Im Zentrum unserer Auseinandersetzung stehen hier, neben den Kritiken selbst, auch die Menschen, die diese Kritiken formulieren. Auch aus diesem Grund ziehen wir hier eine direkte Linie vom (akademischen) Diskursspektrum der Queer of Color Critique zur (aktivistischen) Identität(-sbildung).

Mit verschiedensten Formaten wie Input, Panel und Workshops erhoffen wir, auf dem Symposium Fragen des Wissentransfers innerhalb der intersektionalen Communities und Wissenschaften zu schaffen und einer erneuten Kontextualisierung und Herausforderung im deutschen Kontext nachgehen zu können.

Die Prozesse um Wissen über intersektionale Diskriminierung bzw. Lebensrealitäten, das Erinnern aktivistischer Kämpfe, Personen oder Orte, die von struktureller Auslöschung betroffen sind/waren, werden hier grundlegend für ein gemeinsames Erinnern und Austauschen sein.

Programm:

12:00 – 12:45 Uhr Ankommen & Begrüßung
12:45 – 13:15 Uhr Begrüßung & Vorwort von Dr. Rena Onat
13:15  – 13:45 Uhr Input von Jin Haritaworn
13:45 – 14:30 Uhr Pause
14:30 –  15:30 Uhr Workshops
15:30 – 16:00 Uhr Pause
16:00 – 16:30 Uhr Dokumentation der Queer of Color Critique Inputs Dr. Chandra Frank & Gayatri Gopinath, 2021
16:30  – 18:00 Uhr Panel

Informationen zu Programm & Workshops in DGS

Die Workshops

Workshop #1 mit Sailesh Naidu: Poetic Collage
Der Workshop wird in Englischer Lautsprache stattfinden, Übersetzungen in Deutsche Gebärdensprache oder Deutsche Lautsprache sind möglich.


Die Teilnehmer*innen werden visuelle Poesie zu den Themen Identität, Widerstand und Wandel erstellen. 

Workshop #2 mit Okan Kubus: Labels und mehrdimensionale Identitäten: Perspektiven von Queer of Color und Gebärdensprachler*innen
Der Workshop ist offen für Menschen mit zumindest grundlegenden Gebärdensprachkenntnissen, die z.B. mindestens 120 Stunden DGS-Kurs absolviert haben. Der Workshop findet in Deutscher Gebärdensprache statt und wird durch Verdolmetschung unterstützt.

Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass die Konsequenz aus den durch meine Sozialisation entstandenen mehrdimensionalen Identitäten für mich darin besteht, letztlich keine meiner Identitäten konsistent leben zu können. Vielmehr fühle ich mich gezwungen, mich je nach Umfeld und Kontext für bestimmte Teile meiner Identitäten zu entscheiden.
Damit werde ich bereits auf sprachlicher Ebene konfrontiert: Nehmen wir an, ich finde eine Community, der ich mich zugehörig fühle oder zumindest fühlen sollte und trete in Kontakt mit dieser. Zuerst besteht keine sprachliche Barriere, ich kann mich mit den Mitgliedern der Community in einer Sprache, die beiden Seiten zur Verfügung steht, austauschen. Dann merke ich jedoch schnell, dass andere meiner Identitäten in dieser Community nicht präsent sind, nicht gelebt und/oder nicht akzeptiert werden. Auf sprachlicher Ebene hat dies zur Folge, dass es schlichtweg keine geteilten Gebärden gibt, mit denen ich meine Identitäten beschreiben kann. Ich kann mir dort gebärdensprachlich also nicht selbst ein Label geben oder mich einem zuordnen, weil ich bestimmte Dimensionen meiner Identitäten in dieser Community gebärdensprachlich überhaupt gar nicht erst ausdrücken kann. In solchen Situationen bin ich also gezwungen, auf die sprachlichen Mittel/Ressourcen zurückzugreifen, die wir teilen. Das bedeutet für mich, dass ich mich manchmal als etwas labeln und präsentieren muss, was ich nicht unbedingt ausschließlich bin. Damit kann ich mich sprachlich nicht als Okan mit all meinen mehrdimensionalen Identitäten zeigen, präsentieren, ausdrücken und dementsprechend wahrgenommen werden. 
Auf diese unvollständige Wahrnehmung meiner mehrdimensionalen Identitäten und der begrenzten sprachlich geteilten Ressourcen folgen für mich Diskriminierungserfahrungen. Ich werde durch die Bildhaftigkeit von Gebärdensprachen, die wesentlicher Teil der Sprachen ist, aber teilweise auch Stereotype bedienen kann, als etwas gelabelt, mit dem ich mich nicht identifiziere. 
Im Rahmen dieses Workshops möchte ich gemeinsam mit den Teilnehmenden in den Austausch treten und zusammen nach Strategien bzgl. gebärdensprachlichen Ausdrücken suchen. Einerseits hinsichtlich dessen, wie wir mit der Präsenz unserer vielfältigen Identitäten in bestimmten Räumen und Communities und mit Labels, die wir von anderen Personen zugeschrieben bekommen, umgehen und diese in einem weiteren Schritt sogar durch alternative und passende gebärdensprachliche Ausdrücke von uns abwenden können.

Workshop #3 mit Layla Zami: Crea(c)tive Empowerment
Der Workshop wird in Deutscher Lautsprache stattfinden. Außerdem wird Musik und Klang hier eine zentrale Rolle spielen. Wir können Übersetzungen in Englische Lautsprache anbieten.

Welche Rollenbilder gibt es für Queer of Colors im Bereich Musik? Und wie können wir selbst kreativ werden, um einen Queer of Color (T)Raum selbst zu gestalten und zu aktivieren? In diesem Workshop werden wir krea(k)tiv schreiben, uns zu Musikgeschichte austauschen und uns auch etwas bewegen. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich und alle Körper sind willkommen. In diesem Workshop gilt als Motto „no judgment of self or others“. 

Workshop #4 mit Sunanda Mesquita: Dreaming Communities Vernetzungstreffen für Community Organisator*innen
Der Workshop wird in Englischer Lautsprache stattfinden, Übersetzungen in Deutsche Gebärdensprache oder Deutsche Lautsprache sind möglich.

In dieser Session wird Sunanda Mesquita einen Raum für den Austausch und die Verbindung zwischen Community-Organisator*innen schaffen und dabei die individuellen und kollektiven Ressourcen und die unterstützenden communities, denen wir angehören, in den Mittelpunkt stellen. Dreaming Communities ist ein Raum, um aufzutanken, sich inspirieren zu lassen und sich gerade in diesen herausfordernden Zeiten an die Fülle der Unterstützung zu erinnern, die uns jederzeit zur Verfügung steht. Du bist herzlich eingeladen, deine Lieblingszitate, Bücher oder Inspiration mitzubringen, die dich bei deiner Community Arbeit unterstützen und die für dich Klarheit, Offenheit, Liebe und Mitgefühl fördern. Während der Session wird es Gelegenheit zum Ausruhen und zur stillen Kontemplation geben sowie die Einladung, sich in kleineren Gruppen miteinander auszutauschen.


Informationen zur Anmeldung

Meldet euch unter contact@xartsplitta.net an bis zum 23. Mai 2024 an. Anmeldungen sind  per Schrift, Video und Audio möglich.

Diese Veranstaltung ist ein Safer Space und richtet sich explizit an Menschen, die sich als Queer/Trans/Inter* und als BIPOC positionieren.

Es wäre toll, wenn ihr bei eurer Anmeldung zu folgenden Punkten etwas schreiben würdet:

  • An welchem Workshop möchtest du teilnehmen?
  • Warum hast du dich für die Teilnahme an dem Workshop entschieden?
  • Auf welche Weise hast du dich bisher mit dem Thema beschäftigt?
  • Hast du Bedürfnisse oder brauchst du zur Teilnahme Unterstützung (z.B. Sprachassistenz, Übersetzungen, Child care etc)?

Bitte kommt getestet zur Veranstaltung und bleibt zu Hause, wenn ihr Symptome zeigt.


Die Referent*innen

Rena Onat ist Kunst- und Medienwissenschaftlerin und interessiert sich für Queer of Color Kritik in der visuellen Kultur. Sie positioniert sich als deutschtürkische Femme, hat kürzlich ihre Doktorarbeit zum Thema „Queere Künstler_innen of Color. Verhandlungen von Disidentifikation, Überleben und Un-Archiving im deutschen Kontext“ abgeschlossen. Sie hat am Institut für Medienwissenschaft der HBK Braunschweig und im Helene-Lange-Kolleg Queer Studies und Intermedialität: Kunst – Musik – Medienkultur an der Uni Oldenburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet. Seit 2023 ist sie die Hauptamtliche Frauenbeauftragte an der weißensee kunsthochschule berlin. Außerdem macht sie Lehraufträge, Vorträge und Workshops zu Kunst, Empowerment und Antidiskriminierung und mag Pferde.

Okan Kubus (keins/keins), selbst taub, queer, nonbinär und mit türkischem Hintergrund hat seit 2019 die Professur für Gebärdensprachdolmetschen an der Hochschule Magdeburg-Stendal inne und ist sowohl multilingual also auch mit unterschiedlichen Kulturen sozialisiert. 

Sailesh Naidu (they/them) ist Schriftsteller*in, Filmemacher*in und Researcher*in, mit einem Fokus auf das Erforschen der Beziehung zwischen dem zutiefst Persönlichen und dem zutiefst Verbundenen. In den letzten zehn Jahren hat Sailesh im Bereich Bildung und erzwungene Migration mit dem Schwerpunkt auf Geschlecht und Sexualität gearbeitet. Im Jahr 2016 wurde Sailesh mit dem renommierten Bundeskanzler-Stipendium ausgezeichnet und stand unter der Mentorenschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Jahr 2021 wurde der erste Kurzfilm „DogFriend“, welcher eigenständig kreiert und produziert wurde, vom Bundesministerium für Kunst und Kultur gefördert. „DogFriend“ hatte seine Weltpremiere im British Film Institute, wurde auf dem Tribeca Film Festival gezeigt und war für die deutsche LOLA 2022 nominiert. Saileshs gesammelte Arbeiten und Texte wurden unter anderem in der NYTimes, Die Zeit, dem Schwulen Museum, dem Gropius Bau, der Urania Berlin, dem LiteraturHaus Berlin, dem DADDY Magazine, GALDEM und der Volksbühne Berlin veröffentlicht.

Dr. Layla Zami (Paris, 1985) ist eine innovative Akademiker*in und interdisziplinäre Künstler*in. Sie ist Postdoktorand*in in Performance Studies der Freien Universität Berlin (CRC Intervening Arts) und war Gastprofessor*in der Humanities and Media Studies am Pratt Institute, wo sie auch Mitvorsitzende von Black Lives Matter Pratt war. Zami ist Autor*in von Contemporary PerforMemory (2020) und ihre Arbeit kreist um den Nexus von kulturellem Gedächtnis, Körperlichkeit, Performance, Diaspora, Sprache und Raumzeit. Layla Zami war Keynote-Sprecher*in/Performer*in bei HKW (Sonic Vernacular 2023), SOCARE (2022) und BGHRA (2018). Als interdisziplinäre Künstler*in in der Gruppe ihrer Frau Oxana Chi Dance & Art kreiert und performt Layla Zami Musik, Klänge, gesprochene Worte und physisches Theater. Dankbar und anmutig präsentierte bzw. trat das Duo international auf.

Sunanda Mesquita, geboren 1985, ist eine*in Wien lebende transdisziplinäre visuelle Künstler*in, Kurator*in und Ayurveda-Wellness-Praktiker*in. Mesquita studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien und war Co-Kurator*in von Anti-Colonial Fantasies und Mitbegründer*in von WE DEY x SPACE, einem QTIBIPOC-zentrierten Kunstraum in Wien. (decolonialkilljoy.com)
Die künstlerische Praxis konzentriert sich auf die Möglichkeiten einer radikalen, utopischen, queer feministischen Kollektivität von BIPoCs und Themen der Community, Solidarität und Zugehörigkeit. Sunanda unterstützt individuelle und kollektive journeys zum Wohlbefinden durch Āyurvedische Körperarbeit und ganzheitliches Wissen, welches dekoloniale Freude in der Diaspora in den Mittelpunkt stellt. (@decolonial_joy).

Koray Yılmaz-Günay ist Co-Geschäftsführer des Migrationsrats Berlin, einer Dachorganisation von über 80 Migrant*innen-Organisationen sowie Organisationen von Schwarzen und Menschen of Color. Zudem arbeitet er in der außerschulischen politischen Bildung, v.a. in der rassismuskritischen Bildung. Yılmaz-Günay ist seit den frühen 1990er-Jahren gesellschaftlich und politisch aktiv, v.a. in kapitalismus- und rassismuskritischen sowie queeren Bewegungen, lange Zeit bei GLADT e.V., einem Verein queerer Menschen of Color. Seit Mitte der 1990er-Jahre arbeitet er in der politischen Bildung, 2011–2016 war er Referent für Migration in der Akademie für Politische Bildung bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sein aktivistisches/publizistisches Engagement führten 2015 zur Gründung des Verlags Yılmaz-Günay.

Unsere Referent*innen in DGS

Digital mit dabei sein, wird…

Jin Haritaworn ist an Queer of Color Küchentischen in London und Berlin groß geworden. Momentan lebt Jin zwischen Berlin und Toronto/Tkaronto/Three Fires Territory, wo Jin als Associate Professor an der York University tätig ist. Jin hat zwei Bücher geschrieben, darunter „Queer Lovers and Hateful Others: Regenerating Violent Times and Places“, über Rassismus und Gentrifizierung in queeren Communities im Berlin der 2000er und 2010er. Daneben hat Jin etliche Sammelbände mit herausgegeben, u.a. „Queer Necropolitics“. Die letzten drei Sammlungen und der gemeinsam mit dem Marvellous Grounds-Kollektiv herausgegebene Blog MarvellousGrounds.com – sind mit Community Members in Tkaronto zusammen verfasst und zielten darauf ab, die Beiträge von QTBIPOC zu dortigen sozialen Bewegungen zu archivieren. Jin hat wegweisende Beiträge zu deutsch- und englischsprachigen Debatten über subalterne Räume, Homonationalismus, Intersektionalität, neoliberale Städte, Polizeigewalt/Abschaffung und Trans/Queer of Color Theorien geleistet.

Im Rahmen der Vorführung der Dokumentation des Lesekreises Queer of Color Critique 2021 begrüßen wir wieder im Raum:

Dr. Chandra Frank ist eine feministische Wissenschaftler*in, die sich mit den Überschneidungen von Archiven, Wasserwegen, Geschlecht, Sexualität und Race beschäftigt. Ihre kuratorische Praxis erforscht die Politik der Fürsorge, experimentelle Formen der Erzählung sowie die in Präsentations- und Ausstellungsarrangements verankerte koloniale Grammatik. Sie hat in von Expert*innen begutachteten Zeitschriften, Ausstellungskatalogen und Kunstpublikationen veröffentlicht, darunter Feminist Review, der Small Axe VLOSA-Katalog, The Place is Here, Tongues, Foam Magazine und Stedelijk Studies. Chandra war Mitherausgeber*in einer Sonderausgabe von Feminist Review zum Thema Archive. Zur Zeit ihres Inputs bei xart splitta arbeitete sie an ihrer Monografie Glimmers of Place: Queer Feminist Archives, Diaspora and Tidal Politics (Arbeitstitel), und war derzeit Post-Doctoral Fellow am Charles Phelps Taft Research Centre der Universität von Cincinnati.

Gayatri Gopinath ist Professor*in in der Abteilung für Sozial- und Kulturanalyse und Direktor*in des Zentrums für das Studium von Geschlecht und Sexualität an der New York University. Sie arbeitet an der Schnittstelle von transnationalen feministischen und queeren Studien, postkolonialen Studien und Diasporastudien und ist Autor*in von zwei Monografien: Impossible Desires: Queer Diasporas and South Asian Public Cultures (Duke University Press, 2005) und Unruly Visions: The Aesthetic Practices of Queer Diaspora (Duke University Press, 2018). Sie hat zahlreiche Aufsätze über Gender, Sexualität und queere visuelle Kunst und Kultur der Diaspora in Anthologien und Zeitschriften wie Journal of Middle East Women’s Studies, GLQ und Social Text sowie in Kunstpublikationen wie PIX: A Journal of Contemporary Indian Photography, Tribe: Photography and New Media from the Arab World und ArtReview Asia, veröffentlicht.


Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes #CommunitiesSolidarischDenken statt.

SPENDENAUFRUF – Wir brauchen eure Unterstützung!

Dieses Jahr feiern wir 13 Jahre xart splitta und damit auch eine unglaubliche Menge von Menschen, die uns von Anfang an unterstützt haben.

Seit 2012 arbeiten und kämpfen wir gegen ineinander verwobene gewaltvolle Strukturen und Unterdrückungsmechanismen, schaffen Räume für Empowerment, re_zentrieren “resistant knowledge” und bieten verschiedene Formen von politischer Bildung an – dies ist nur möglich dank unserer Förder*innen, Partner*innen und Unterstützer*innen.
Und dafür möchten wir an dieser Stelle einen Moment nehmen und uns ganz herzlich bedanken!

Um unsere Arbeit fortzusetzen, brauchen wir jedoch Eure kontinuierliche finanzielle Unterstützung. Eure Spenden sind essentiell, um die Zukunft unserer Arbeit bei xart splitta zu sichern und unsere Projekte wie The Living Archives und #CommunitiesSolidarischDenken fortführen zu können. Deshalb rufen wir unser Netzwerk auf, uns mit Spenden zu unterstützen.

Wenn Ihr etwas beitragen könnt und möchtet, freuen wir uns sehr über Eure Unterstützung!

WIE KÖNNT IHR HELFEN?

Eure Spende, egal ob klein oder groß, hat einen großen Einfluss darauf, ob wir unsere Arbeit bei xart splitta fortsetzen können. Selbst der Gegenwert einer Tasse Kaffee ermöglicht es uns, weiterhin die von Euch geschätzten Angebote bereitstellen zu können✨. Jeder Beitrag fließt direkt in die Unterstützung unserer Projekte und sichert damit deren Fortbestand.

SPENDENMÖGLICHKEITEN

Banküberweisung:

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IBAN: DE51 4306 0967 1143 0866 03
BIC: GENODEM1GLS
Bank: GLS Bank Bochum

Bitte gebt hier als Verwendungszweck „Spende“ an.

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WAS WIR MIT EURER SPENDE MACHEN

Eure Spende geht hauptsächlich in die Sicherung unserer Projekte. Die meisten Förderanträge erfordern, dass wir einen Anteil aus unseren eigenen Mittel bereitstellen, dieser liegt normalerweise zwischen 2% und 20% der Gesamtfördersumme. Ohne diese Beiträge riskieren wir, eine Fördermöglichkeit vollständig zu verlieren. Darüberhinaus gibt es laufende Ausgaben wie gesetzlich verpflichtete Versicherungen und Miete, die wir gar nicht erst, oder nicht vollständig finanziert bekommen. Im Laufe des Jahres haben wir also einige laufende, verpflichtende Grundkosten, die wir neben diesen Eigenmittelanteil selbst tragen müssen.

Da wir ein gemeinnütziger Verein sind und beispielsweise keine Mitgliedsbeiträge erheben (möchten) und die absolute Mehrheit unserer Angebote kostenfrei ist, müssen wir anderweitig finanzielle Mittel einsammeln.

KÖNNT IHR AUSSUCHEN, WOFÜR IHR SPENDEN WOLLT?

Natürlich! Einfach im Betreff der Spende den gewünschten Zweck angeben.
Wir weisen aber gerne darauf hin, dass wir uns freuen, wenn Ihr uns die Spenden selbst dort einsetzen laNatürlich! Einfach im Betreff der Spende den gewünschten Zweck angeben. Wir weisen aber gerne darauf hin, dass wir uns freuen, wenn Ihr uns die Spenden selbst dort einsetzen lasst, wo sie am dringendsten benötigt werden. Zweckbestimmte Spenden sind willkommen, entsprechen jedoch nicht immer unbedingt unseren aktuellen Bedürfnissen oder Prioritäten.

Spendenquittungen:
Gerne stellen wir auch Spendenquittungen aus! Schreibt uns dafür einfach eine kurze E-Mail an: contact@xartsplitta.net mit Namen, Spendendatum und Adresse.

Steuerabzug:
Spenden können von der Steuer abgesetzt werden. Wir sind keine Steuerberater*innen, aber hilfreiche Informationen dazu sind online verfügbar. Für den Steuerabzug ist eine Spendenbescheinigung erforderlich.

Wenn ihr Fragen habt kontaktiert uns jederzeit gerne.

Wir danken euch ganz herzlich!
Euer xart splitta Team

Panel: Identity before Politics

Schwarzer Hintergrund auf dem in blau und oragenem Schriftzug folgendes zu lesen ist: 'Panel: Identity before politics

Freitag, den 12. April 2024 um 18:30 Uhr

xart splitta, Hasenheide 73, 10967 Berlin

Diese Veranstaltung findet in englischer Lautsprache mit Übersetzung in die Deutsche Gebärdensprache statt.

„Identity is embodied and rooted, not performed“

– Leanne Betasamosake Simson 

Schwarzer Hintergrund auf dem in blau und oragenem Schriftzug folgendes zu lesen ist: 'Panel: Identity before politics

The fact that “identity” is a central aspect of our communities is nothing new. In the face of marginalisation and othering through intersectional experiences of discrimination, it has become indispensable to name one’s own life realities and relationships to others.

Like everything else, this idea of a concept of “identity” is a discourse in flux. Much discussed, and depending on the context also differently filled and applied, we are moving from an empowering understanding of identity via ‘identity politics’ to ‘Oppression Olympics’.

Identity markers are becoming increasingly academic and conceptualised, not as a self-description of a life reality, but more often as a bargaining chip for which opinion is more correct, which identity has more value, or who has more right to space. Identity is then represented, performed, and becomes a gesture without embodiment – a buzzword.

However, identities are still undisputed factors. Despite the discursive disputes they raise, it should be fundamentally impossible to deny life realities. This can also be seen, for example, in the use of identity in the statement by the Combahee River Collective.

How did identity(ies) become countable, material, or negotiable? What approach do we need to practice a decolonial, anti-capitalist understanding of identity(ies)?

With these questions in mind, we invite you to our first panel in #CommunitisSolidarischDenken with this years focus on identity(ies). ‘Identities before politics‘ takes place with May Zeidani Yufanyi and Sinthujan Varatharajah, on Friday, April 12 at 6:30 pm in our space.


Panelists:

May Zeidani Yufanyi is a social scientist. Their work focuses on civil society networks against discrimination and on postcolonial migration societies in Europe, and on identity formation processes in the context of German migration society.
As a Fem of Color and migrant with Muslim and Jewish roots in Palestine and Europe, intersectional approaches play a central role in thier work.
They published works in ZAG, A&K and MIGRAZINE and poems in Mondoweis and the Sammelband HEIMATLOS: Gedichte and is a co-host of the radio shows “Talking Feminisms” and “The VOICES” on Reboot.fm. They are a member of “The VOICE Refugee Forum” since 2007, they sit on the board of xart splitta and the represent the Berlin Muslim Feminists on the board of neue deutsche organisationen .

சிந்துஜன் வரதராஜா (Sinthujan Varatharajah) is a political geographer, researcher and essayist based in Berlin. Sinthujan’s work explores statelessness, mobility and displacement with a focus on infrastructure, logistics and architecture. In 2017 – 2018, Sinthujan was a board member of the Asylum Advisory Board of the European Commission. In 2020, they were part of the 11th Berlin Biennale for Contemporary Art with the research and art installation “how to move an ark”.

Namarig Abkr is a Water and Environment Engineer, currently making forays into Data Analytics, apart from working as a Social Counsellor at a queer migrant non-profit. A Darfurian woman who embodies the spirit of Myarem (ميارم) in her fight for justice, liberation and freedom, Namarig’s work envisions and centers Darfurian resistance locally and in the diaspora as the path for solidarity among liberation movements around the world.

Information zur Anmeldung:

Anmeldung unter contact@xartsplitta.net bis zum Mittwoch, den 10. April 2024 per Schrift oder Audio.

Diese Veranstaltung ist für Menschen mit intersektionalen Lebensrealitäten gedacht. Bitte gebe daher bei derAnmeldung an, warum du an der Veranstaltung teilnehmen möchtest und wie du dich positionierst.

Bitte kommt getestet und bleibt zu Hause, wenn ihr Symptome zeigt.


The event takes place within the framework of the LADS funded project #CommunitiesSolidarischDenken.

Winterpause – bis 2024!

Liebe Communities, Freund*innen, Unterstützer*innen, Interessierte,

ein weiteres Jahr ist vorbei und wir verabschieden uns ab sofort bis zum 08. Januar 2024 in die Winterpause. Wir möchten uns hier ganz herzlich bei euch allen bedanken. Wir hatten ein spannendes, herausforderndes, erfolgreiches, interessantes, solidarisches, trauriges, spaßiges, schönes und witziges Jahr mit euch, voll mit Austausch, Erkunden, Auseinandersetzungen und Teilen. Ihr wisst, unsere Projekte sind für, mit und wegen euch – Danke, dass ihr neu dazugekommen seid, immer noch an unserer Seite seid oder wieder zu uns zurück gefunden habt.

Wir möchten euch nun noch einen kleinen Rückblick des Jahres geben.

Um unsere digitale Plattform The Living Archives ist es dieses Jahr eher ruhig geblieben. Keine Sorge, wir sind hier nicht von der Bildfläche verschwunden, sondern haben uns ein Jahr gegönnt, um mal aufzuräumen und aufzuarbeiten. Ihr könnt euch auf einige strukturelle und optische Veränderungen im Archiv freuen. Am aufregendsten finden wir allerdings die Veränderungen hinsichtlich des Barriereabbaus. Endlich konnten wir hier mit Unterstützung des LSBTI-Inklusionsfont der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung mehr Untertitel in die Dokumentationen einfügen, Übersetzungen in Deutscher Gebärdensprache anfertigen lassen, Kontrast und Größeneinstellungen ermöglichen und auch Übersetzungen in Leichte Sprache in Auftrag geben! Wir freuen uns so sehr von nun an nicht nur weiter Zugänge auf inhaltlicher Ebene zu ermöglich, sondern diese kontinuierlich auch strukturell greifbarer zu machen. Wir freuen uns über all die tollen Inhalte, die wir gemeinsam mit euch in den kommenden Jahren auf The Living Archives dokumentieren dürfen. 

#CommunitiesSolidarischDenken, nun im vierten Jahr und gefördert durch die LADS, hat in diesem Jahr das Thema ‚Arbeit’ re_zentriert. Zentral waren für uns Fragen, wie: Was wird als Arbeit anerkannt und was nicht? Erkennen wir Muster in diesen nicht anerkannten Arbeiten? Was wird hier aberkannt, was ausradiert und was vergessen? Kritiken an Arbeit, als kapitalistisches Konzept selbst, an Leistungsdruck, Unterbezahlung und Burnout sowie, im Gegensatz dazu das Verweigern eben dieser, waren immer wieder Thema.
Wir haben für euch eine wundervolle Dokumentation zusammengestellt und, weil wir nicht genug kriegen können, dieses Jahr in zweifacher Ausführung. Unser Notizbuch könnt ihr ab Januar bei uns im Büro abholen. Und da ihr es bis dahin vor Spannung sicherlich kaum aushalten könnt, gibt es noch eine umfangreiche digitale Dokumentation auf The Living Archives.

Und hier sind unsere Highlights des Jahres:

Bild auf blauen Hintergrund liest 'Black Community Talk: The Love and Labour of community organising'

Begonnen haben wir das Jahr mit der Frage nach Community Organising und haben dazu gemeinsam mit Marlize Andre, Clementine Burnley und Lucy Ng’ang’a gefragt: Was definiert Arbeit und wo passt community organising da hinein? Als Orte der Begegnung, des Widerstands, der Liebe, der Fürsorge und oft auch als ein notwendiges Mittel zum Überleben verdienen sie Raum für Prozess und Auseinandersetzung. Denn meist wird die Arbeit, die nötig ist, um Gemeinschaften überhaupt erst aufzubauen, und die kontinuierlichen Bemühungen, sie zu erhalten, unsichtbar gemacht.

Im Verlauf des Jahres wurden wir durch den BIPoC literature circle: Labour and resistance und durch tolle Netzwerktreffen — wie zum Beispiel das für BIPOC Organisationen in öffentlicher Förderung und das Netzwerktreffen Community in Academia — begleitet.

Aber lasst uns gerne mal zum Ruhen kommen, denn Rest is Resistance!
Sei es durch Spiel oder Ruhe. Und das konnte wir dieses Jahr besonders im Sommer mit euch umsetzen!
Weil Ruhen mindestens wichtiger ist als Arbeiten, haben wir uns einige Male mit euch im Rest Space getroffen und… nichts gemacht! Am 15. August durften wir euch mit unseren Kooperationspartner*innen zu einer Schnipseljagd que(e)r durch Kreuzkölln schicken, damit ihr an den großartigen Stationen knobeln und einen der tollen gespendeten Preise gewinnen konntet. Was für ein Spaß!

Wir haben außerdem an vielen Stellen mit euch zusammenarbeiten dürfen. Wir haben mit euch bei den Kitchen Table Gesprächen „Arbeit, Arbeit… Arbeit?“ diskutiert, durften gemeinsam mit Dr. Rena Onat die Veröffentlichung der Publikation ihrer Doktor*innenarbeit feiern. Es wurde sich bei uns getroffen und über Konzepte der gemeinsamen Ökonomie gelernt. Es gab Austausch zu Arbeit in der Service Branche und einen kritischen Lernraum zum diskriminierungssensiblen Verdolmetschen. 

Das Jahr beendet haben wir mit einem Panel gemeinsam mit Asmara Habtezion, Jihad Yagoubi, Newroz Çelik und Thủy-Tiên Nguyễn zu
Was wir uns einander schulden – Über Solidaritäten und Mutual Aid. Hier ging es um Solidaritäten, Arbeit und Communities im Kapitalismus und wie Menschen und unsere Communities sich durch die gezwungene Prekarität navigieren. Kollektive Praktiken, wie z.B. Mutual Aid, können hierfür ein alternatives Verständnis von Arbeit und gegenseitiger Verwobenheiten aufzeigen und Solidarität(en) in tägliche und selbstverpflichtende Praktiken umsetzen.

Ganz zum Schluss, nach diesem umfangreichen Jahr voller Arbeit, haben wir uns dann nochmal einen wichtigen Moment Zeit genommen. Wir sind gerade durch einige harte Jahre durch und stecken aktuell tief in Krisen fest. Sei es durch Kriege und Konflikte, die erstarkenden (rechts-) populistischen Tendenzen, steigende Inflation oder einfach immer noch die gute alte Pandemie, die ja für einige schon vorbei zu sein scheint… Unsere Communities sind am Kämpfen, einige mehr als andere, aber alle sicherlich sehr ernsthaft und unermüdlich. Von anderen Menschen haben wir gelernt, Trauer als Prozesse in unser Leben zu lassen. Trauer, um uns, unser Verlorenes, unsere Verlorenen oder bspw. einen Mangel an Sicherheit, um zu heilen. Das hat geholfen und wir möchten euch alle hier nochmal daran erinnern, nehmt euch Zeit. Zeit für euch, Zeit für den Schmerz und die Trauer, damit die Hoffnung, aber auch die Fürsorge und die Kraft, (wieder) Platz haben.  Aber am meisten Zeit für einander, da wir ohne einander und ohne miteinander nicht können.

Wir möchten von Herzen unseren Dank aussprechen an alle, die zu diesem Projekt beigetragen haben! Ein besonderer Dank geht an die Panelist*innen, Referent*innen, Workshopleiter*innen und die Helping Hands, die Dolmetscher*innen und Kommunikationsassistenzen. Ein herzliches Dankeschön gilt auch den Teilnehmer*innen der Netzwerktreffen und unseren Kooperationspartner*innen sowie allen anderen, die sich mit uns in Gespräche und Austausch begeben haben. Gemeinsam haben wir diese bedeutenden Räume erlebt, belebt und mit Inhalt gefüllt.

Wir sind gespannt auf das kommende Jahr und die Fortführung unserer Projekte. Wir freuen uns auf neuen und alten Austausch mit euch, auf eure Ideen und Perspektiven.
Damit möchten wir uns mit einer guten Portion Community-Liebe aus diesem Jahr und für den Moment von euch verabschieden. Danke für euren Support, euer Feedback, die Unterstützung, die ihr weiterhin und so kontinuierlich mit uns teilt. 

Wir wünschen euch allen erholsame freie Tage und Zeit zum Ausruhen und Durchatmen. Wir hoffen, dass diejenigen, die gerade durch schwere Zeiten gehen, eine Pause kriegen und Kräfte sammeln können. Wir hoffen, dass wir gemeinsam stark sein und bleiben können.
Auf in ein neues Jahr mit euch. Wir wünschen euch allen viel Kraft und alles Gute für den Jahreswechsel und den Beginn von 2024.

Mit den besten Wünschen, 

euer xart splitta Team
Juli, Anni, Taye und Nancy

Workshop: Service (Labour) at the margins

Freitag, den 15. Dezember, um 13:00 Uhr

bei xart splitta, Hasenheide 73, 10967 Berlin

With Troy and Sielo

Die Veranstaltung findet in englischer Lautsprache ohne Übersetzungen statt.

Labour is often connected to wage labour. However, especially in the city of Berlin and across varies communities, freelancing is often how people sustain their livelihoods. As inaccessibility to the labour market increase the more marginalised people are, many (at least temporarily) have worked in the service industry or as freelancers. Moreover, as many freelancers also engage in the service industry, both fields share similarities on various levels.

However, many forms of instability are created by the mere nature these fields, such as unsteady income sources as well as the great importance of ‘soft skills’ and interpersonal skills such as networking. Thus many address the challenges faced by freelancers and service industry professionals who often find themselves on the margins of opportunities and recognition. While being often seen as highly dispensable work forces, issues such as short-term changes, unreliable communications and managing others’ expectations can be hard to navigate. Therefore this workshop opens up the possibility to discuss initial practical strategies and tools to empower freelancers and service industry professionals.

After a brief introduction to the topic of freelancing, we will engage into the overlapping issues of freelancing work and service industries. In the joint discussions we will share experiences, explore practical strategies and tools to empower freelancers and service industry professionals. The discussion room holds space for experiences but also questions and fears associated with the topic. Finally, there will be reflection questions and a small starter pack guide for navigating service labour.

Registration information:

Register via written, video or audio at contact@xartsplitta.net by December 13th, 2023.

The space is an invitation for queer, trans and/or BIPOC. 
Thus we kindly ask you to position/write a little about yourself at registration.

  • How do you position yourself?
  • How have you dealt with the topic so far?
  • Do you have needs or do you need support to participate?
  • Please come to the workshop tested and stay at home if you show symptoms.


    The event takes place within the framework of the LADS funded project #CommunitiesSolidarischDenken.