Online Lesekreis: Queer Lovers and Hateful Others (Jin Haritaworn 2015)

Mit Rena Onat und Jin Haritaworn

Jeden Montag, 22. Juni – 27. Juli 2020, 18-20h

Exiled from both the gentrified spaces of queer regeneration and liberal multicultural moulds of respectability, the kitchen tables introduced in this book are crucial sites that wider social movements would be wise to become accountable to. Attending to them with care may well allow altogether different transitions to emerge. (Jin Haritaworn, 2015)

An vier aufeinanderfolgenden Terminen möchten wir uns dem 2015 erschienenen Buch Queer Lovers and Hateful OthersRegenerating Violent Times and Places von Jin Haritaworn widmen. www.plutobooks.com/9781783712700/queer-lovers-and-hateful-others/

Der Kurs wird von Rena Onat geleitet und am 22. Juni von Jin Haritaworn mit dem Online-Vortrag: “#NotGoingBack: Prefiguring Worlds Beyond Racial Capitalism” eröffnet, in dem Haritaworns neueste Arbeit vorgestellt wird. Der Vortrag ist offen für alle, auch jene, die nicht am Lesekreis teilnehmen und findet auf englischer Lautsprache statt! Nähere Informationen dazu folgen bald. Eine Anmeldung zum Lesekreis ist nach dem 22. Juni möglich.

Am 27. Juli wird Jin Haritaworn wieder dazustoßen, um die letzte Sitzung des Lesekreises anzuleiten.

Das Angebot findet bewusst außerhalb eines akademischen Settings statt und richtet sich explizit auch an Personen, die sich nicht innerhalb von akademischen Kreisen bewegen. Grundlage für den Kurs ist die gegenseitige Anerkennung unterschiedlicher Formen des Wissens und der Wissensproduktion.

Kursbeschreibung

Mit Rückgriff auf zahlreiche Gespräche mit Schwarzen und PoC Queers und Trans*leuten, die sich an Berliner Küchentischen zusammenfanden, und einem reichen Archiv an Medien, Kunst, politischen Strategien und Aktivismus, zeigt uns das Buch Queer Lovers and Hateful Others eine Momentaufnahme Berlins der 2010er Jahre. Eine Zeit, in der Gentrifizierung und die damit einhergehende Verdrängung von Schwarzen Menschen und People of Colour aus der Innenstadt immer spürbarer werden. Diese Verdrängung geschieht im Kontext einer „Queer Regeneration“ oder queeren Aufwertung, in der Queer- und sogar Trans*freundlichkeit öffentlich propagiert und queere Körper erstmals als schützenswert behandelt werden. Zentral ist hierbei jedoch die Frage, auf wessen Kosten diese LSBT-freundliche Wende erfolgt. Wie Haritaworn aufzeigt, muss besagte Entwicklung in Bezug gesetzt werden zu dem parallel stattfindenden Aufschwung homonationaler und queer-imperialistischer Diskurse und des in dominanten Erzählungen immer präsenter werdenden Bildes des „homophoben Muslims“, welchen Haritaworn in Anlehnung an Stuart Hall als neuen „Volksteufel“ beschreibt.

Im Buch zeigt Haritaworn die Konstruktion von Schwarzen Menschen und People of Colour als konstitutive Andere eines „respektablen LGBT Subjekts“ auf. Dieses LGBT Subjekt wird in der neoliberalen Stadt als das weniger gefährliche Objekt der Diversität regeneriert. Jedoch findet die Symbolik weißer Queers und Trans*leute als vielfältig im Schatten der zunehmenden Kriminalisierung und Pathologisierung rassifizierter Menschen statt. Diese „Vielfalt“ erscheint nunmehr im Namen der Liebe und des Minderheitenschutzes als erstrebenswert. Schwarze Queers und Queers of Colour fallen aus dieser Gleichung jedoch heraus und werden weiterhin nicht als schützenswert behandelt – im Gegenteil. Denn die „queere Regenerierung“ kann nur durch den Ausschluss von rassifizierten Körpern funktionieren.

Im Kurs werden wir uns auf der Basis des Buches Queer Lovers and Hateful Others mit aktuellen Fragen von Bio- und Nekropolitik, Mechanismen von Ausschluss und Marginalisierung sowie mit den kolonialen Kontinuitäten der (Berliner) Stadtentwicklung und urbanen Politik befassen. Wir laden in diesem Zusammenhang ein, die Thematiken des Buches in Bezug zu setzen mit gegenwärtigen Entwicklungen. Die kulturelle Produktion der Covid-19 Krise gibt der im Buch gestellten Frage, welche Leben schützenswert und welche entbehrlich sind, eine erneute Relevanz: „Wer darf leben, wer muss sterben, und wer wird dem Tod überlassen?”

 

Ausgewählte Fragen, die im Rahmen des Lesekreises besprochen werden können:

  • Wie wirkt sich die steigende Versicherheitlichung und Kontrolle im öffentlichen Raum auf QT*BIPoC aus?
  • Inwieweit erleben wir im Zuge der sogenannten „Corona-Krise“ einen erneuten rassistischen Backlash und eine wiederholte Verkleinerung von Räumen, in denen Schwarze Menschen und People of Colour, insbesondere QT*BIPoC, sich sicher fühlen?
  • Welche Träume und Erinnerungen macht das Buch auf? Wie kann das Generationswissen aus Queer Lovers and Hateful Others uns dabei unterstützen, gemeinsam neue Perspektiven und dekolonisierende Handlungsstrategien für die Zukunft zu entwickeln?
  • Welche Möglichkeiten und auch erhöhte Dringlichkeit des Austauschs an Küchentischen und anderen Orten, die selten als Orte sozialer Bewegungen wahrgenommen werden, bestehen in Zeiten von Physical Distancing? Wie können diese Möglichkeiten des Austauschs und der gemeinsamen Wissensproduktion umgesetzt werden?
  • Wie kann uns eine transnationale Perspektive dabei unterstützen, Marginalisierungsprozesse und Ungleichheitssysteme in Beziehung zu setzen und dementsprechend Community-übergreifendes Handeln zu ermöglichen?

Informationen zur Anmeldung und Teilnahme

Der Lesekreis findet in deutscher Lautsprache statt, da das Buch jedoch nur auf Englisch veröffentlicht wurde, sind gute englische Lesekompetenzen von großem Vorteil für die Teilnahme. Der Eröffnungsvortrag von Jin Haritaworn wird in englischer Lautsprache stattfinden! Bitte meldet Euch nur an, wenn Ihr an 80% der Sitzungen teilnehmen könnt. Falls es für Arbeits- oder Fortbildungszwecke notwendig oder hilfreich ist, kann eine Teilnahmebestätigung von xart splitta und den Workshop leitenden Personen ausgestellt werden.

Dieser Kurs richtet sich ausdrücklich an Personen, die sich als Schwarze Menschen, Indigenous oder People of Colour identifizieren. Die Bereitschaft, sich mit BIPoC Queer- und Trans*-Themen auseinanderzusetzen, ist Voraussetzung für die Teilnahme am Kurs.

Anmeldungen bitte bis zum 30. Juni an: contact@xartsplitta.net

Eure Anmeldung muss ein kurzes Motivationsschreiben enthalten, in dem die folgenden Fragen angesprochen werden sollten:

  • Warum habe ich mich für die Teilnahme am Lesekreis entschieden?
  • Auf welche Weise habe ich mich bisher mit Queer of Colour Politik und Communities oder anderen Themen des Lesekreises beschäftigt?
  • Auf welche Weise könnte ich zu der Gruppe beitragen, die ich während des Lesekreises mitgestalten werde?
  • Was sind meine Erwartungen und Hoffnungen in Bezug auf den Lesekreis?

Der Link für die Teilnahme wird Euch zugesandt, sobald wir Eure Anmeldung bestätigt haben.

In diesem Lesekreis wollen wir einen Raum schaffen, der auf großzügigen und wechselseitigen Beziehungen beruht, in denen jede teilnehmende Person Verantwortung für ihr eigenes Wohlergehen und das der anderen Kursteilnehmenden übernimmt.


Jin Haritaworn ist Associate Professor für Gender, Race and Environment an der York University in Toronto, Kanada. Jin ist in Deutschland aufgewachsen und verbrachte prägende Jahre an Queer of Colour Küchentischen in London und Berlin. Jin verortet sich in der Tradition einer aktivistischen Wissenschaft, die versucht, im Dienste der Community zu stehen. Zu Haritaworns Veröffentlichungen gehören zwei Monographien, zahlreiche Artikel (in Zeitschriften wie GLQ, Society&Space, sub\urban, Topia, Sexualities und International Journal of Urban and Regional Research) und mehrere gemeinsam herausgegebene Sammlungen (darunter Queer Neropolitics, Queering Urban Justice und Marvellous Grounds). Jin hat auf beiden Seiten des Atlantiks in mehreren Bereichen grundlegende Beiträge geleistet, darunter Gender-, Sexualitäts- und Transgender-Studien, Critical Race und Ethnic Studies sowie Stadtforschung und hat verschiedene Konzepte und Debatten mitgeprägt, darunter Gay Imperialism, Homonationalismus, Intersektionalität, Gentrifizierung, Kriminalisierung, Trans- und Queer-of-Color-Archive und -Politiken sowie Queer Space.

Rena Onat ist  Kunst- und Medienwissenschaftlerin und promoviert derzeit noch zum Thema „Strategien des Widerstands, des Empowerments und des Überlebens in den Arbeiten queerer Künstlerinnen of Color im deutschen Kontext“ (Arbeitstitel). Ihre Themenschwerpunkte in der Forschung liegen in den Bereichen Queere Theorie, Rassismuskritische Theorie, Intersektionalität, Visuelle Kultur, Zeitgenössische Kunst und künstlerisches Wissen. Sie hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und im Helene-Lange-Kolleg Queer Studies und Intermedialität an der Universität Oldenburg gearbeitet. Außerdem war sie als Lehrbeauftragte an der Hochschule für Bildende Künste Bremen, an der Alice Salomon Hochschule in Berlin und an der Kunsthochschule Berlin Weißensee (in der Foundation Class) tätig. An der Kunsthochschule Berlin Weißensee ist sie seit März dieses Jahres, als Frauen*beauftragte tätig.


Im Rahmen des Projektes: #CommunitiesSolidarischDenken

Nonfiction-Schreibworkshop mit Nicola Lauré al-Samarai

4. Juli – 26. September 2020

Who we become has so much to do with the experiences we had, and how we survived. (Amy Tan)

Schreiben kann ein Werkzeug sein. Es kann uns und andere empowern. Wir können uns in die Geschichte „einschreiben“ und unterschiedlichste Perspektiven sichtbar machen. Schreiben kann Widerstand und Überleben sein.

Und dennoch kann Schreiben schwerfallen, denn wir befinden uns in Strukturen, in denen das, was wir schreiben, in Frage gestellt, überschrieben oder ignoriert wird. Das Wissen und die Artikulationsfähigkeit von Schwarzen Menschen und People of Colour erfährt kaum Anerkennung und wird selten wertgeschätzt. Häufig stoßen wir gegen Mauern. Das führt zu Blockaden, Frust und Resignation; es verändert unser Schreiben oder zwingt uns vielleicht sogar dazu, auf Distanz zu gehen.

Im Nonfiction-Schreibworkshop möchten wir einen Raum schaffen, um über das Schreiben als Ausdrucksform zu sprechen. Mit welchen Möglichkeiten, aber auch mit welchen Hürden sind wir beim Schreiben konfrontiert? Wie kann der individuelle Prozess des Schreibens zur Selbstermächtigung werden? Ist Schreiben per se “politisch”? In insgesamt sechs Sitzungen werden wir uns gemeinsam und begleitet von Nicola Lauré al-Samarai der Entwicklung und dem Verfassen von eigenen Nonfiction-Texten sowie der Reflexion unserer verschiedenen Schreibprozesse widmen. Der Austausch mit den anderen Kursteilnehmenden ist zentraler Bestandteil des Workshops.

Der Fokus des Angebots liegt auf unterschiedlichen Textformen – z.B. wissenschaftlich, journalistisch, essayistisch. Bitte beachtet jedoch, dass es sich hierbei nicht um einen Creative Writing Workshop handelt!

Informationen zur Teilnahme und Anmeldung

Der Workshop findet an folgenden Terminen, jeweils ab 10h statt:

Samstag, 4.7.

Samstag, 18.7.

Samstag, 15.8.

Samstag, 29.8.

Samstag, 12.9.

Samstag, 19. oder 26.9.(endgültiger Termin wird noch bekannt gegeben)

Eine Anmeldung ist nur möglich, wenn ihr die Teilnahme an allen sechs Sitzungen gewährleisten könnt.

Für die Anmeldung benötigen wir ein kurzes Motivationsschrieben, in denen ihr die folgenden Fragen beantwortet:

  • Warum möchte ich an diesem Workshop teilnehmen?
  • Welche Formen des Schreibens interessieren mich?
  • Mit welchen Themen befasse ich mich aktuell schwerpunktmäßig in meinen Texten?
  • Mit welchen Themen möchte ich mich in meinem Schreiben gerne in Zukunft beschäftigen?

Anmeldungen und Fragen bitte bis zum 22. Juni 2020 an: contact@xartsplitta.net

Der Kurs findet auf deutscher Lautsprache statt.


Nicola Lauré al-Samarai ist Geschichts- und Kulturwissenschaftlerin. Zu ihren Interessenschwerpunkten gehören Schwarze und Diaspora-Studien, Critical Race Feminism(s), Konzepte von Kreolisierung und Poetiken der Beziehung sowie dekolonisierende Erinnerungs- und Kulturpolitiken im Kontext von Intersektionalität und Erfahrung. Sie arbeitet als Autorin, Lektorin, Vermittlerin und Kuratorin. Sie war u.a. an folgenden Projekten beteiligt: Labor 89: Andere Perspektiven auf die Wendezeit (2019/2020), Grenzgänger*innen: Schwarze und Osmanische Präsenzen in der Metropole Berlin um 1700 (2018/2019), Decolonize ’68 (2018), conzepte. Neue Fassungen politischen Denkens (2010/2011), Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart (2005–2012).


Im Rahmen des Projektes: #CommunitiesSolidarischDenken

Wir suchen eine Person für ein DGS Werbevideo!

Für unser Werbevideo suchen wir nach einer gehörlosen Person, am liebsten eine Schwarze Person, Indigene Person, Person of Colour.

„It’s About Our Booties“ ist eine Körper-Empowerment-Reihe für queere, disableisierte, dicke_fette, Schwarze, Indigene, of Colour Körper!
In acht verschiedenen Workshops wird intersektionales Körperempowerment in unterschiedlichen Safer Spaces angeboten. Voraussichtlich alle in online Formaten. Die Reihe soll von August bis Oktober dieses Jahres stattfinden.

Wir hätten gerne ein DGS Werbevideo in dem – natürlich mit Textvorlage – diese Reihe beworben, vorgestellt und erklärt wird.

Das Video soll max. 2 Minuten sein und ihr könnt das bei euch zu Hause drehen und uns dann schicken. Wir möchten mit der Bewerbung der Reihe gerne Ende Juni/Anfang Juli beginnen. Die Zeit ist also leider etwas knapp. Es gibt ein Honorar hierfür.

Wenn ihr Lust darauf habt oder wen kennt der*die wen kennt….

Bei Fragen oder Interesse meldet euch (bis zum 26.05.2020) bei contact@xartsplitta.net

Danke!

Radical Solidarity

Jüdisch-Muslimische Solidarität – Überlegungen, Austausch und dekoloniale Strategieentwicklungen

 

Freitag/Samstag 05./06. Juni 2020, 10-18h und
Freitag/Samstag 12./13. Juni 2020, 10-18h

 

Mit diesem Workshop soll die Möglichkeit geboten werden, in einem geschützten Raum aus einer dezidiert intersektionalen und dekolonialen Perspektive das Thema „jüdisch-muslimische Beziehungen und Solidaritäten“ zu beleuchten und dazu ins Gespräch zu kommen.

 

Bild credits: www.bj.org

Der Workshop findet an zwei Wochenenden statt. Der erste Teil wird sich theoretischen und globalhistorischen Fragen widmen und wird mit einem Input von Prof. Dr. Iman Attia (Alice Salomon Hochschule Berlin) eingeleitet.
Der zweite Teil wird mit einem Input von May Zeidani Yufanyi (Berlin Muslim Feminists und Inssan e.V.) eröffnet und von Tuğba Tanyilmaz (Initiative intersektionale Pädagogik/i.Päd) moderiert. Hier wird es insbesondere um den Austausch zu und die Weiterentwicklung von solidarischen Strukturen und Strategien zwischen jüdischen und muslimischen Communities (und darüber hinaus) gehen. Zentral wird dabei auch der Fokus auf mögliche gemeinsame Strategien des gegenhegemonialen Erzählens sein.

Im Herbst 2020 wird es dazu eine  öffentliche Diskussionsveranstaltung geben, in der u.a. die Ergebnisse des Workshops präsentiert werden. Näheres dazu folgt demnächst.

Der  Workshop wird in deutscher Lautsprache,  sowohl vor Ort als auch Online stattfinden.

Es ist eine sehr begrenzte Teilnehmendenzahl zugelassen. Für Informationen bzgl. der Teilnahme und Anmeldungen bitte bis zum 01.06.2020 eine Email an: rajanayagam@xartsplitta.net


Iman Attia ist Professorin für Critical Diversity Studies mit dem Schwerpunkt Rassismus/-kritik an der Alice Salomon Hochschule Berlin und arbeitet seit Anfang der 1990er Jahre zu (antimuslimischem) Rassismus aus globalhistorischer, post- und dekolonialer, post-/nazistischer sowie relationaler und intersektionaler Perspektive. Sie hat das Drittmittel-Forschungsprojekte “Passkontrolle! Leben ohne Papiere in Geschichte und Gegenwart” (IFAF) geleitet und leitet derzeit die Forschungsprojekte “Bedrohungsszenario des ‘islamistischen Terrorismus’ aus der Perspektive muslimischer Communities” (BMBF) und “Rassismuserfahrungen von Rom*nja und Sinti*zze” (UKAZ).

Tuğba Tanyilmaz ist aktuell die Geschäftsführerin vom Migrationsrat Berlin e.V. . Sie definiert sich selbst als queere Muslimin of Color. Sie ist die Mitbegründerin und die Projektleitung der Initiative intersektionale Pädagogik (i-Päd). Ihre Schwerpunkte sind Intersektionalität, machtkritische Erziehung, rassimuskritische Bildung und Erziehung, LSBTIQ Diskriminierung, Empowerment, Krisenintervention und Konfliktmanagement. Als selbständige Bildungsreferentin und Mediatorin bietet sie (Edutainment-) Vorträge, Workshops, Prozessbegleitungen, Organisationsentwicklung und Lehrveranstaltungen an.

May Zeidani Yufanyi ist Sozialwissenschaftlerin; in ihrer Arbeit bei Inssan e.V. als Projektleiterin von Nicht ohne meinen Glauben (Projektende 2019) und derzeit als Koordinatorin des Netzwerks gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit beschäftigt sie sich u.a mit zivilgesellschaftlichen Netzwerke gegen Diskriminierung und mit postkolonialen Migrationsgesellschaften in Europa, Asyl- und Migrationspolitik sowie Identitätsfindungsprozessen im Kontext von der deutsche Migrationsgesellschaft. Als Women of Colour und Migrantin mit muslimischen und jüdischen Wurzeln in Palästina und Europa spielen intersektionale Ansätze eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit. Sie ist Co-Moderatorin der Radiosendung „Talking Feminisms“ bei Reboot.fm und für ihre eigene Fitness schreibt sie Gedichte. Sie ist außerdem seit 2005 Aktivistin der „Karawane für die Rechte der MigrantInnen und Flüchtlinge“ und seit 2007 Mitglied von „The VOICE Refugee Forum“.

Talking Feminisms #15 Kopftuch & Körperbedeckung (12. 8. 2017):
https://reboot.fm/2017/08/12/talking-feminisms-15-kopftuch-korperbedeckung/

Ein Gedicht von May Zeidani Yufanyi wurde im Oktober 2018 im Gedichtband HAYMATLOS veröffentlicht:
„We Sit on Floors“ www.edition-assemblage.de/buecher/haymatlos/


In Kooperation mit den Berlin Muslim Feminists und Inssan e.V.

  


Im Rahmen des Projektes: #CommunitiesSolidarischDenken

Erklärung zur Beendigung der Förderung von xart splitta

Liebe Unterstützer*innen, liebe Communities, liebe Freund*innen, lieber Besucher*innen, liebe alle,

leider müssen wir Euch mitteilen, dass unsere langjährige Grundförderung für das Jahr 2020 nicht verlängert wurde. Das bedeutet, wir werden im Februar 2020 unsere Arbeit beenden müssen. Wir sind fassungslos, traurig und wütend. Mit xart splitta schließt ein weiterer Raum, der einen Fokus auf intersektionalem Empowerment, Dekolonisierung und das (Re-) Zentrieren marginalisierter Perspektiven legt und von Schwarzen Menschen und People of Colour geleitet und gestaltet wird.

Was passiert ist:

Im Zuge der zahlreichen strukturellen wie personellen Veränderungen, die xart splitta im Jahr 2019 durchlaufen hat, wurde zuletzt auch ein neuer Vorstand gewählt und einberufen. Damit wurde xart splitta zum ersten Mal seit Bestehen des Vereins ein Raum, in dem ausschließlich BPoC das organisationale wie Inhaltliche Geschehen bestimmen.

Im Zuge dieser Änderungen wurde mehrmals versucht, Kontakt zu der Stiftung, die unsere Grundförderung stellte, aufzunehmen beziehungsweise Informationen bezüglich dieser zu erhalten. Aus Gründen, die uns vorenthalten wurden, wollte diese Stiftung anonym bleiben. Im Sommer diesen Jahres wurde xart splitta über ein altes Vorstandmitglied, welches direkten Kontakt zur fördernden Stelle hatte, aufgefordert, für das Förderjahr 2020 einen Weiterfinanzierungsantrag zu stellen. Dies haben wir getan. Der Antrag beinhaltete eine detaillierte Aufstellung der für das Jahr 2020 geplanten Vorhaben. Inhaltlich haben wir uns in Bezug auf diese Planung an unsere grundlegenden Ansätze und Zielsetzungen gerichtet: die Fortführung unserer bildungspolitischen, intersektionalen Empowermentangebote sowie der Ausbau unserer Vernetzungsarbeit und unserer diversen Kooperationen.

Uns wurde keine nachvollziehbare Begründung für den Entzug unserer langjährigen Förderung genannt. Leider reihen wir uns also nun in das momentane Projektsterben diverser zivilgesellschaftlicher intersektionaler und rassismus- und diskriminierungskritischer Vereine ein. Darüber hinaus schließt mit uns auch ein Raum, der inklusive der Toilette rollstuhlgerecht ist und immer offen war für die Nutzung externer affiliierter Gruppen. Unser Raum wurde jährlich von über zwanzig verschiedenen politischen Initiativen und Organisationen genutzt.

Trotz und neben unserer Erschütterung und Wut sind wir auch sehr dankbar. Und zwar für die Vielzahl an Menschen, die auf die eine oder andere Art und Weise dazu beigetragen haben, dass xart splitta zu dem geworden ist, was es mittlerweile ist: Ein Ort, an dem Intersektionalität und Dekolonisierung nicht nur theoretisch besprochen, sondern auch praktisch durch und mit den vielfältigen Perspektiven, die die Mitarbeiter*innen sowie viele weitere Personen hineingebracht haben, umgesetzt wurde.

Was nun ansteht:

Derzeitig bemühen wir uns, in der sehr knappen Zeit, die uns bis zum Jahresende bleibt, doch noch andere Mittel und Wege zu finden, um xart splitta am Leben zu erhalten. Da wir jedoch gerade nichts Konkretes in der Hand haben, wollten wir euch bereits jetzt über unsere Situation und das mögliche Ende von xart splitta informieren.

Wenn ihr konkrete Fragen dazu oder Anregungen habt, wie es nun weitergeht oder was wir vorhaben, kontaktiert uns gern (bis einschließlich Januar 2020) unter: contact@xartsplitta.net. Drückt uns die Daumen und schickt uns gern alle positiven Gedanken und Unterstützungen, die ihr euch vorstellen könnt.

Mit viel Dankbarkeit und Hoffnung,

xart splitta Team und Vorstand