Screening: “Die Mauer ist uns auf den Kopf gefallen” (Zitat: Lucía Muriel)

Frauen* of Color und ihre Perspektiven auf den Fall der Berliner Mauer (40min, dt mit eng. Untertiteln/Ger. with Eng. subtitles)

Freitag, 28. September 2018, 19h

Auftaktveranstaltung zur “3rd Annual Black Feminism, Womanism and the Politics of Women of Colour in Europe” Konferenz

In Einzel- und Gruppeninterviews wurden fünf Feminist*innen of Color zu ihrem politischen Aktivismus gegen Rassismus und Sexismus im Hinblick auf die Zeit der deutschen Wiedervereinigung befragt. Der Film untersucht, wie sie den tiefgreifenden politischen Wandel erlebt haben, welche Bedeutung die deutsche Wiedervereinigung für sie hat und wie sie den anschließenden Anstieg rassistischer Gewalt erlebt haben.

Derzeit in der Postproduktion, wird der Dokumentarfilm demnächst fertig gestellt und in die Website www.verwobenegeschichten.de integriert, um dieses Archiv des Widerstands und der Erinnerung an marginalisierte Geschichten zu ergänzen.

Regisseurinnen: Diane Izabiliza und Iman Al-Nassre
Kamera: Elif Kücük
Schnitt: Isabel Alvarez

Im Anschluss an das Screening folgt ein Q&A mit Diane Izabiliza, Jeanette Higiro und Nivedita Prasad. Die Diskussion findet in deutscher Lautsprache statt. Übersetzung in englische Lautsprache kann bei Bedarf angeboten werden.

Nähere Infos zur Konferenz: https://woceuropeconference.wordpress.com/

 

Intersektionale Transformative Gerechtigkeit

“Was macht uns wirklich sicher?” Ein Toolkit zu intersektionaler transformativer Gerechtigkeit jenseits von Gefängnis und Polizei : Lesung & Diskussion

Donnerstag, 6. September, 19h

Melanie Brazzell & Nadija Samour (Herausgeberin und Co-Autorin) feiern die Veröffentlichung des “Was macht uns wirklich sicher?” Toolkits. Das Toolkit stellt das Sicherheitsversprechen des Staates im Falle von sexualisierter- und Partner*innengewalt in Frage, und untersucht, wie Institutionen und Techniken wie Polizei, Gefängnis und nationalstaatliche Grenzen Gewalt (re)produzieren anstatt sie zu beenden.

Melanie Brazzell & Nadija Samour werden das Toolkit und die verschiedenen Beiträge von unterschiedlichen Berliner Organisationen und Aktivist*innen vorstellen (u.a. LesMigraS, Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt – KOP, Hydra e.V.). Dabei werden sie der Frage nachgehen, wie vermeintlich gut gemeinte Ansätze zur Bekämpfung von sexualisierter Gewalt schief laufen und für Rassismus instrumentalisiert werden können. Das Toolkit stellt heraus, dass wir zwischenmenschliche Gewalt in Verquickung mit staatlicher Gewalt verstehen müssen, um sie angemessen aufzuarbeiten und zu bekämpfen. Um dies zu erreichen, schlägt das Toolkit einen Ansatz intersektionaler, transformativer Gerechtigkeit vor: Es besteht aus verschiedenen Experimenten von Community-basiertem Umgang mit zwischenmenschlicher Gewalt – vor allem sexualisierter und Partner*innen-Gewalt –  jenseits vom Staat und dessen Straflogik.

Zu der Veranstaltung sind alle eingeladen, ihre kreativen, sci-fi Visionen von echter Sicherheit zu teilen, um eine Zukunft ohne Gewalt und Bestrafung zu entwerfen. Vor und während der Lesung wird es eine kleine Kunstaktion geben.

Teilt eure Ideen mit uns, was uns #WirklichSicher #ReallySafe macht!

www.whatreallymakesussafe.com


Sprachen: Deutsche Lautsprache mit englischer Flüsterübersetzung

Kinderbetreuung: Bei Bedarf kann Kinderbetreuung angeboten werden. Solltet ihr Kinderbetreuung benötigen, bitte eine Mail an contact@xartsplitta.net mit Angaben zu Anzahl und Alter der Kinder.

Im Rahmen dieser Veranstaltung findet am Sonntag dem 9. September ein Workshop mit Zoya und Farzada in englischer Lautsprache statt. Mehr dazu hier.


Melanie Brazzell initiierte und entwickelte das Multimediaprojekt “Was macht uns wirklich sicher?”. Das Projekt beinhaltet Interviews mit Aktivist*innen und eine begleitende Internetseite, sowie Workshops, Universitätsseminare, öffentliche Veranstaltungen, eine Ausstellung, und das Toolkit. Inspiriert vom visionären Aktivismus der Community Accountability (kollektive Verantwortungsübernahme) & Transformative Justice (transformative Gerechtigkeit) Bewegung aus den U.S., machte Melanie über fünfzehn Jahre lang Community-basierte Anti-Gewalt Organizing und hat das Transformative Justice Kollektiv Berlin mitbegründet. Derzeit erkundet sie partizipatorische Forschung als Werkzeug für soziale Bewegungen im Rahmen eines PhDs an der University of California Santa Barbara.

Nadija Samour schmiedet Pläne gegen Gefängnisse. Sie überlegt manchmal alleine am Schreibtisch für ihre Dissertation zum Thema “Incarceration in settler-colonialist contexts”, manchmal als Strafverteidigerin für Gefangene, oder manchmal zusammen mit anderen Genoss*innen, um eine Welt zu erschaffen, die keine Kerkersysteme mehr braucht. Auf dem Weg dahin lässt sie sich von antikapitalistischen und antikolonialistischen Kämpfen inspirieren. Sie ist überzeugt davon: niemand ist frei, wenn nicht alle frei sind.