Lesung und Gespräch: „Fremdgemacht & Reorientiert – jüdisch-muslimische Verflechtungen“ (Hrsg.: Ozan Zakariya Keskinkılıç | Ármin Langer)

Donnerstag, 22. November 2018, 19h

Mit Ozan Zakariya Keskinkılıç und Shlomit Tulgan

In diesem Buch nehmen Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Künstler*innen «abendländische» Erzählungen zum Ausgangspunkt, um den politischen, religiösen, historischen wie gegenwärtigen jüdisch-muslimischen Verflechtungen auf die Spur zu kommen. Sie irritieren die Mär des christlich-jüdischen Abendlandes, stellen Fragen nach den Wechselwirkungen von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus, diskutieren vielschichtige Beziehungen und stellen ihre jeweiligen Erfahrungen in den Vordergrund. Sie zeigen Perspektiven auf, die in weiten Teilen der Gesellschaft nicht gehört werden. Sie berichten von Un/Gleichheiten, kollektiven Erinnerungen und Erzählungen, von Utopien und Widerständen.

Näheres zum Buch: www.yilmaz-gunay.de/index.php/programm/9-aktuell/45-zweites-buch

Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt.


Shlomit Tulgan wurde, in eine aus Istanbul stammende jüdische Familie, in Berlin geboren, wuchs aber aufgrund der journalistischen Tätigkeit ihrer Eltern, in Prag und Moskau auf. Nach ihrem Kunstpädagogik-Studium an der Universität der Künste arbeitete sie in Seattle, Jerusalem und Berlin als Kinderbuchillustratorin, Autorin in deutscher und türkischer Sprache und Kommunikationsdesignerin. Später wirkte sie in bildungspolitischen Projekten an Schulen gegen Antisemitismus und Islamphobie mit. Seit 2008 arbeitet sie im Jüdischen Museum Berlin und konzipiert dort die Communityprogramme im Jüdisch-Muslimischen Forum. 2010 gründete sie das Jüdische Puppentheater Berlin “Bubales”, das sich besonders im interkulturellen Dialog für Kinder engagiert. Shlomit Tulgan verfasste für das Buch “Fremdgemacht & Reorientiert – jüdisch-muslimische Verflechtungen” den Beitrag “Bittersüße Fragmente aus dem Leben einer türkischen Jüdin”.

Ozan Zakariya Keskinkılıç ist Politikwissenschaftler (MA Internationale Beziehungen, Freie Universität Berlin/ Humboldt Universität zu Berlin/ Universität Potsdam). Er forscht und publiziert u.a. zu den Themen (antimuslimischer) Rassismus, Antisemitismus, Orientalismus, (Post-) Kolonialismus, Jüdisch-Muslimische Beziehungen, Erinnerung und Empowerment. Aktuell arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Drittmittelprojekt “Bedrohungsszenario”  und lehrt im Arbeitsbereich Diversity Studies/ Rassismus und Migration.

Screening: “Die Mauer ist uns auf den Kopf gefallen” (Zitat: Lucía Muriel)

Frauen* of Color und ihre Perspektiven auf den Fall der Berliner Mauer (40min, dt mit eng. Untertiteln/Ger. with Eng. subtitles)

Freitag, 28. September 2018, 19h

Auftaktveranstaltung zur “3rd Annual Black Feminism, Womanism and the Politics of Women of Colour in Europe” Konferenz

In Einzel- und Gruppeninterviews wurden fünf Feminist*innen of Color zu ihrem politischen Aktivismus gegen Rassismus und Sexismus im Hinblick auf die Zeit der deutschen Wiedervereinigung befragt. Der Film untersucht, wie sie den tiefgreifenden politischen Wandel erlebt haben, welche Bedeutung die deutsche Wiedervereinigung für sie hat und wie sie den anschließenden Anstieg rassistischer Gewalt erlebt haben.

Derzeit in der Postproduktion, wird der Dokumentarfilm demnächst fertig gestellt und in die Website www.verwobenegeschichten.de integriert, um dieses Archiv des Widerstands und der Erinnerung an marginalisierte Geschichten zu ergänzen.

Regisseurinnen: Diane Izabiliza und Iman Al-Nassre
Kamera: Elif Kücük
Schnitt: Isabel Alvarez

Im Anschluss an das Screening folgt ein Q&A mit Diane Izabiliza, Jeanette Higiro und Nivedita Prasad. Die Diskussion findet in deutscher Lautsprache statt. Übersetzung in englische Lautsprache kann bei Bedarf angeboten werden.

Nähere Infos zur Konferenz: https://woceuropeconference.wordpress.com/