Dissolving Territories Teil II – 5+ Logistik

Mittwoch, 05. Juni 2019, 19h, @ aquarium am Südblock

Gesprächspartner: Thiva Mohanathasan

© Google Maps

Die Vertreibung von Menschen führt nicht nur zur Deplatzierung von Körpern, sondern auch zur Verlagerung ihrer Essgewohnheiten. Diese sind das Spiegelbild spezifischer Geographien, Topographien, Klimata, Geschichten und Kulturen, die daraus entstanden sind/entstehen. Doch was geschieht, wenn Menschen aus diesen historischen (Kultur)Landschaften, gegen ihren Willen, herausgerissen werden und sich in komplett neuen, für sie fremden Geographien und Klimata wiederfinden müssen?

In der fünften Episode von “Dissolving Territories – Kulturgeographien eines neuen Eelams” beschäftigen wir uns mit den Fragen, wie im Exil (was) gegessen wird, welche Bedeutungen dem Essen im Exil zugeschrieben werden, wie geographische Verschiebungen sich in Geschmacksnoten ausdrücken können und welche Rolle tamilische Läden/Supermärkte in einem solchen Kontext spielen. Im Mittelpunkt des Abends steht die Geschichte der Schaffung einer transnationalen Nahrungskette und Infrastruktur, welche durch das Überbrücken von klimatischen und anderen geographischen Grenzen, die tamilische Exilküche überhaupt ermöglicht hat.

Sinthujan Varatharajah hat gemeinsam mit Iris Rajanayagam (Leitung xart splitta) die Reihe »Dissolving Territories« initiiert und konzipiert. Varatharajah ist Essayist*in, Researcher und derzeit Open City Fellow der Open Society Foundation sowie Doktorand*in in Politischer Geographie (UCL). Sinthujan arbeitet und forscht zum Thema Geographien der (Ohn)Macht und räumlichen Widerstandspraktiken und hat einen MSc. in Race, Ethnicity and Postcolonial Studies (LSE).

Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt. Der Veranstaltungsort ist mit Rollstuhl erreichbar. Eine rollstuhlgerechte Toilette ist vorhanden.

Film–Workshop mit Elliot Blue für Trans*, Inter & Non-Binary Personen

Samstag, 22. Juni 2019 & Sonntag, 23. Juni 2019
jeweils 11:00 -17:00 Uhr

 

Bildquelle: anthologyfilmarchives.org/collections/reference-library/stills/683

Die Teilnehmer*innen werden in diesem Workshop mit Elliot Blue die Grundlagen der technischen und kreativen Strukturierung von Filmen durch die Erstellung von 1-2 Minuten filmen erlernen. Dabei wird sich auch mit dem Equipment vertraut gemacht und gelernt wie Bilder und Geräusche hergestellt werden können und wie all dies schlussendliche als fertiges Projekt zusammengeschnitten wird. Der Workshop ist für Anfänger*innen.


Wir haben 8-10 Plätze in dem Workshop, wenn Du teilnehmen möchtest, melde Dich bitte bis zum 14.06. an unter contact@xartsplitta.net.
Der Workshop ist ausschließlich für Trans*, Inter und Non-Binary Personen und BIPoCs werden bei der Anmeldung bevorzugt. Deswegen schreibe uns bitte bei Deiner Anmeldung ein paar Zeilen über Dich.

Der Workshop wird in englischer (und/oder deutscher) Lautsprache stattfinden und ist kostenlos, wenn Ihr könnt freuen wir uns jedoch über eine Spende.

Im Anschluss an den Workshop wird eine Filmvorführung stattfinden, diejenigen von euch die möchten, können da ihre Kurzfilme zeigen – dies ist jedoch kein Muss für eine Teilnahme am Workshop.

Wir bemühen uns sehr alles für den Workshop zur Verfügung zu stellen, bisher fehlen uns aber noch mobile Schnittplätze. Wenn du also einen Laptop mit Adobe Premiere CS6 und/oder DaVinci Resolve zum Schneiden der Filme mitbringen kannst, wären wir sehr dankbar (es wäre toll, wenn Du das schon im Zuge der Anmeldung mithinzufügen kannst – Danke!).

Elliot Blue ist interdisziplinärer Künstler*, mit einem Tätigkeitsschwerpunkt auf Filmemachen und Lichtgestaltung. Elliot hat 3 Jahre Film- und Bewegungsdesign und ein Jahr lang Kamera und Licht für den Film studiert und arbeitet nun als freiberufliche*r Filmemacher* und Lichttechniker* für verschiedene Organisationen und Unternehmen in ganz Berlin.
Seit 2016 gibt Elliot auch Film-workshops für Personen jeden Alters und vorzugsweise für Menschen, die Marginalisierung erleben. Elliot glaubt, dass das Erzählen der eigenen Perspektive in der lokalen Medienlandschaft ein Schlüssel zur Selbststärkung und -bestimmung ist.

Filmvorführung mit Elliot Blue & den großartigen Filmemacher*innen des Workshops

Sonntag, 23. Juni 2019
Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr

Elliot Blue macht auch eigene Filme (www.facebook.com/Blue.Elliot/). Einige dieser Filme thematisieren Schwarzes und Queeres Empowerment, auf eine teilweise sehr starke, teilweise sehr verletzliche Art und Weise. Die Filme haben durch ihre Teilnahme an verschiedenen Filmfestivals in ganz Europa internationale Anerkennung erhalten und “Home?” wurde auch in den USA im Rahmen einer Universitätsvorlesung gezeigt.
Neben dem Selbstausdruck hat Elliot auch ein anderes Ziel für die Filme: Elliot hofft, dass sich die Menschen, die sich in den Filmen wiedererkennen, gehört, gesehen und geschätzt fühlen.

Mit diesem Worten möchten wir Euch alle nach dem Workshop herzlich einladen zu hören und zu sehen, was Elliot und die Teilnehmer*innen des Workshops zu sagen und zu zeigen haben.

Wir werden mit den Filmen der Workshopteilnehmer*innen beginnen – wenn sie diese den mit uns teilen möchten und weitermachen mit Elliots Filmen:

‘The Shore’, 2017, 1’57”, englische Lautsprache.

‘Black is Me’, 2017, 3’46”, keine Lautsprache.

‘Home?’, 2018, 17’43”, englische Lautsprache mit deutschen Untertiteln.

Auf Grund des kleinen Raumes, bitten wir um Pünktlichkeit.

Elliot Blue ist ein nicht-binärer Filmemacher* und Lichtdesigner*, mit einem Bachelor in Film- und Bewegungsdesign (2016), als auch einen Bachelor in Kamera and Licht für den Film (2017). Seitdem arbeitet Elliot als Lichttechniker* und Lichtdesigner* in diversen Theatern rund um Berlin (Dock11, Uferstudios, Theaterdiscounter) und als freiberuflicher* Filmemacher*.
Außerdem gibt Elliot Film-Workshops. Denn für Elliot ist dieses Wissen zu teilen eine Möglichkeit Menschen, die wenig bis keine angemessene Repräsentation in der Medienlandschaft erfahren, zu helfen sich zu stärken und der Machtdynamik einer Gesellschaft zu begegnen, die über sie, aber nicht mit ihnen spricht und sie damit versucht zum Schweigen zu bringen, etwas entgegenzusetzen.
Deshalb ist es wichtig, sich selbst auszudrücken, auch wenn es keine weitere Person zu sehen bekommt und es nur für einen selbst ist.

Film Screening: »5 Minutes From Home«

Mittwoch, 29. Mai, 19h

Diese Veranstaltung findet auf englischer und arabischer Lautsprache statt. Bei Bedarf kann während des Q&A Übersetzung in deutsche Lautsprache angeboten werden.


A film by Nahed Awwad

Documentary 52 min, 2008. Palestine/Turkey/Switzerland

Arabic with English subtitles

The screening will be followed by a Q&A with the director Nahed Awwad.

The Jerusalem Airport lies along the road that links Jerusalem to Ramallah. It has been occupied by Israeli army since 1967, at a 5 kilometer distance from Ramallah and 10 kilometer distance from Jerusalem. Today, to the east of the runway, a huge military checkpoint blocks the Jerusalem-Ramallah road, a dead end street.

 

Nahed Awwad discovers that life has not always been like this, and that this sad spot used to be a place where international aircrafts landed in the 1950s and 1960s, when Palestinians traveled freely. The happy images and testimonies of the past contrast bitterly with those of the present where access is denied to the aviation zone that is now being besieged behind barbed wire and soon will be trapped behind the Israeli Separation Wall.

Nahed Awwad goes to meet this place, evoking the past in order to have a better apprehension of the present: today’s Palestinian reality that is marked by forgetfulness.

World premier: Vision Du Reel film festival, Nyon-Swizerland. Screened at the film market Pavllion Les Cinemas Du Sud- Cannes film festival.

Further Information: www.nahedawwad.com/5-minutes-from-home/

The event will take place in English and Arabic spoken language.


Nahed Awwad is an independent filmmaker; She has worked with well- known Palestinian filmmakers, local Palestinian TV stations and later international networks. In 2004 she got her film diploma from the European film college in Denmark and has released eight documentary films between experimental, short and feature length. Awwad’s films were screened at various international film festivals, including HotDocs film festival, Canada 2013, Dubai international film festival in 2012, Vision du Reel Film Festival, Nyon, Switzerland in 2005 and 2008 and the Cannes Film Festival in 2008 (Cinema Sud). In 2009 she was granted the International Trailblazer Tribute -Middle East Trailblazer in MIPDOC.


 

اخراج ناهد عواد

وثائقي 52 دقيقة، 2008. فلسطين/تركيا/سويسرا

اللغة عربي مع ترجمة للأنجليزية.

ملخص عن الفيلم

يقع مطار القدس على طريق القدس – رام الله  والذي تم احتلاله من قبل الجيش الإسرائيلي سنة 1967 على بعد خمس دقائق من رام الله و10 دقائق من القدس.

أما اليوم، فيوجد على نهاية مدرج المطار من الشرق حاجز قلنديا العسكري والذي يفصل طريق القدس-رام الله فبات نهاية طريق مسدود.

تكتشف ناهد عواد أن هذا المكان الحزين لم يكن دوما كذلك، فقد كان يوماً يستقبل طائرات من كل أنحاء العالم وخصوصا من الوطن العربي وبشكل يومي في الخمسينات والستينات، وذلك عندما كان الفلسطينيون يسافرون الى العالم بحرية. تتناقض الصور القديمة للمطار بشكل واضح ومؤلم مع واقع المكان المرير المحاصر تماما بالشيك وقريبا سوف يتم تطويقه بجدار الفصل العنصري الإسرائيلي.

تعود ناهد عواد لهذا المكان لتستحضر ماضيه المشرق في محاولة لفهم وسبر حاضره والهروب من واقعه الأليم اليوم.

العرض الأولي العالمي: مهرجان سينما الواقع في نيون –سويسرا.

وفي سوق الأفلام بفيليون لس سينما الشرق- في مهرجان كان السينمائي.

 

Dissolving Territories Teil II – 4+ Flughafen

4+ Flughafen

Mittwoch, 22. Mai 2019, 19h, @ aquarium am Südblock

Gastgesprächspartnerin: Nahed Awwad

© Google Maps

Flughäfen werden oft als sogenannte nicht-Orte umschrieben. Doch was genau bedeutet dies?

Kein Flughafen der Welt kann heutzutage ohne eine Armada von Menschen, die hinter, vor und unter den Kulissen des regulären Flughafenbetriebs schuften, funktionieren. Flughäfen sind mittlerweile kapitalistische (privat) unternehmen, die nicht nur die Mobilität von Millionen von Menschen ermöglichen, sondern auch den Lebensunterhalt von Millionen von Menschen erwirtschaften. In vielen Orten sind Flughäfen wichtige Arbeitgeber*innen, die zehntausende von Menschen beschäftigen. Für sie ist der Flughafen weder ein

Durchgangstor noch ein Transitort ist: er ist ein Fixpunkt in ihrem Leben.

Doch nicht alle, die Flughäfen als Teil ihres Arbeitsalltags zählen, dürfen diese durch die gläsernen und futuristischen Eingänge schreiten, durch die reisende den Ort betreten und erfahren. Menschen, die im Niedriglohnsektor in Flughäfen arbeiten, beschreiten diesen durch zahllose Hintertüren, durch die sie auch wieder lautlos verschwinden sollen. hierzu gehören auch tausende von tamilischen Arbeiter*innen.

Sie sind heute als Putzkräfte, Gepäckabfertiger*innen oder Sicherheitsbeamt*innen in Flughäfen weltweit beschäftigt. ihre Hautfarbe oder vermeintliche Herkunft wurde zu ihrer uniform. Viele von ihnen sind ehemalige Asylbewerber*innen, die der rassistischen Verfolgung und dem Völkermord an dem tamilischen Volk in Sri Lanka mit Flugzeugen entkommen sind. Sie arbeiten heute oft genau an den Orten, an denen sie damals als reisende ohne Retourticket ankamen.

Was bedeutet es wenn Menschen, die damals Flughäfen betraten, um nirgends anzukommen, heute die reisen mobiler, privilegierter Staatsbürger*innen ermöglichen? Wenn Flughäfen nicht-Orte sind, sind sie dann nicht-Menschen?

Im Rahmen der Veranstaltung zeigen wir Ausschnitte aus dem Film »5 Minutes from Home« von Nahed Awwad: www.nahedawwad.com/5-minutes-from-home/

Die Veranstaltung findet in englischer Lautsprache statt. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei.

Nahed Awwad ist eine unabhängige Filmemacherin; sie hat mit bekannten palästinensischen Filmemacher*innen, lokalen palästinensischen Fernsehsendern und später internationalen Netzwerken zusammengearbeitet. Im Jahr 2004 erhielt sie ihr Filmdiplom von der Europäischen Filmhochschule in Dänemark und hat acht Dokumentarfilme zwischen Experimental-, Kurz- und Spielfilm veröffentlicht. Awwads Filme wurden auf verschiedenen internationalen Filmfestivals gezeigt, darunter das HotDocs Filmfestival, Kanada 2013, das Dubai International Film Festival 2012, das Vision du Reel Film Festival, Nyon, Schweiz 2005 und 2008 und das Cannes Film Festival 2008 (Cinema Sud). Im Jahr 2009 erhielt sie den International Trailblazer Tribute -Middle East Trailblazer in MIPDOC.

»Dissolving Territories« Teil II wird gefördert von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.


Im zweiten Teil von »Dissolving Territories« werden aus einer dezidiert tamilischen Perspektive unterschiedliche Fragen im Kontext der gewaltvollen Vertreibung von Staatsgebieten und der Schaffung von neuer sozialen Landschaften, Infrastrukturen und Kommunikationskanäle beleuchtet und diskutiert. «Dissolving Territories« bemüht sich in der Bearbeitung und Analyse dieser Fragen gezielt eelam-tamilische Stimmen und Ansätze in den Mittelpunkt zu rücken; Stimmen und Lebenswelten, die seit jeher von ungehört bleiben. Mit dieser Reihe wollen wir Erinnerungskulturen und die Konstruktion von Narrativen durch die Linse eines tamilischen Standpunktes betrachten und damit den Versuch unternehmen, sowohl territorial und kulturgeographische Fragen zu erörtern, als auch lokale Mythen rund um die Themen Flucht und Widerstand in Deutschland zu dekonstruieren.