Reihe: DISSOLVING TERRITORIES | kulturgeographien eines neuen eelams

In dieser dreiteiligen Reihe werden aus einer dezidiert tamilischen Perspektive  unterschiedliche Fragen im Kontext des Lebens in der Diaspora/im Exil  beleuchtet und diskutiert. Es soll darum gehen, in der Bearbeitung und Analyse dieser Fragen gezielt eelam-tamilische Stimmen und Ansätze in den Mittelpunkt zu rücken; Stimmen, die seit jeher von verschiedenen Seiten marginalisiert und zum Schweigen gebracht werden und/oder ungehört bleiben. Wir wollen Erinnerungskulturen und die Konstruktion von Narrativen durch die Linse eines tamilischen Standpunktes betrachten und damit den Versuch unternehmen, sowohl Fragen von Identität und Zugehörigkeit zu erörtern als auch hiesige Mythen rund um die Themen Migration, Flucht und Widerstand in Deutschland zu dekonstruieren.

 

Abschlussveranstaltung der Reihe:

3+ Tod

26. April 2018, 20h @ Mosaik-KulturEtage, Oraninestr. 34 (Hinterhaus), 10999 Berlin.

Mit Senthuran Varatharajah und Sinthujan Varatharajah.

Was bedeutet es im Exil zu Sterben? Was passiert mit den Körpern von staatenlosen Menschen nach deren Ableben? Welche Auswirkungen haben Vertreibung und Grenzpolitiken auf Todesrituale von Exilant*innen? Und welche Rolle spielt die Frage von Vetreibung und Landlosigkeit beim Sterben?

Welche Rolle spielt der Tod für die, die vor ihm fliehen konnten? Wie verhält sich die Diaspora zu ihm, der der Grund war, das es eine Diaspora gibt?

Diesen Fragen werden wir uns in der dritten und vorerst letzten Veranstaltung innerhalb der Reihe “Dissolving Territories” widmen.

Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt. Fragen können auf englisch gestellt werden. Der Ort ist mit Rollstuhl erreichbar, am U-Bahnhof Kottbussertor ist ein Fahrstuhl vorhanden.

Informationen zum Gesprächspartner:

Senthuran Varatharajah studierte Philosophie, ev. Theologie und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. 2016 veröffentlichte er seinen mehrfach preisgekrönten Debütroman „Vor der Zunahme der Zeichen“ (S. Fischer), der u.a. mit dem 3Sat-Preis während der 38. Tage der deutschsprachigen Literatur, dem Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste, dem Berliner Senatsstipendium, dem Kranichsteiner Literaturförderpreis, dem Bremer Literaturförderpreis, dem Chamisso-Förderpreis und dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet wurde.


Vergangene Veranstaltungen innerhalb der Reihe:

1+  ARCHIPEL
Donnerstag, 22. März 2018, 19h im aquarium am Süblock
Gesprächspartnerin: Prashanthy Sekaram

Audioufnahme der Veranstaltung (Eng.).

Wie kann Zuhause losgelöst von Grenzen erzählt und im Alltag neu verhandelt bzw. geschaffen werden? Kann ein verlorenes Land im Intimen, im persönlichen Wohnraum neu designed und aufrechterhalten werden? Und wie definiert sich die Frage der territorialen Zugehörigkeit über den persönlichen Wohnraum im Exil?

Diesen Fragen und mehr wollen wir uns in der Auftaktveranstaltung unserer dreiteiligen Reihe „Dissolving Territories | kulturgeographien eines neuen eelams“ widmen. Hierfür untersuchen wir  unterschiedliche Wohnräume im Exil lebender tamilischen Individuen und Familien davon ausgehend, welche Kontinuität und Erinnerungen sich in Alltagsgebrauchsgegenständen manifestieren und ob sie zu einer territorialen Loslösung von der verlorenen Heimat beitragen können.

In diesem Zusammenhang fragen wir auch nach räumlichen Erinnerungskultur(en); welche Narrative kommen vor, werden erzählt/repräsentiert? Welche Traumata tragen wir über Generationen hinweg und wie verorten sie sich Wohnraum?

 

2+ ästhetiken

Audioaufnahme der Veranstaltung (Eng.)

Donnerstag, 05. April, 19 Uhr @ aquarium am Südblock
Gesprächspartnerin: Bafta Sarbo

 

Welche Rolle spielt Ästhetik in gegenwärtigen Protesten? Benötigen Gerechtigkeits- und Menschenrechtsproteste tiefergehendes Design und Kommunikationsstrategien, um Erfolg zu haben? Und welche Rollen spielen Rassifizierung und Klasse in solchen Bewegungen? Im zweiten Teil von Dissolving Territories werden wir uns mit Fragen der Ästhetik des Widerstands beschäftigen. Anhand von Beispielen von eelamtamilischen Protesten im Exil werden wir die Geschichte dieser Proteste, ihre Kommunikations- und Designstrategien erforschen und sie den Ästhetikpraktiken
anderer gegenwärtiger Protestbewegungen gegenüberstellen.

 

Sprachen: Englische Lautsprache. Übersetzung in die deutsche Lautsprache kann, wenn nötig, angeboten werden. Bitte kontaktiert uns, falls ihr Übersetzung braucht.

Informationen zu Barrieren: Der Veranstaltungsort, inkl. der Toilette, ist mit Rollstuhl zu erreichen. Am U-Bahnhof Kottbusser Tor ist ein Fahrstuhl vorhanden. http://www.suedblock.org/wp/category/aquarium/

 

Informationen zur Gesprächspartnerin:

Bafta Sarbo wurde in Deutschland als Tochter von geflüchteten Oromo, die hier im Exil leben, geboren. Aufgewachsen in Frankfurt am Main, lebt sie nun in Berlin und studiert Sozialwissenschaften im Master. Bafta ist darüber hinaus Mitglied im Vorstand der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD Bund). Sie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Marxistischer Gesellschaftstheorie, (Anti-)Rassismus und Migrationspolitik