Bewegungsgeschichte*n re/visited: Gespräche mit Zeitzeug*innen Teil II

Montag, 2. September 2019, 19h

Die 1990er Jahre: Bündnispolitiken – innere und äußere Konfliktlinien – bewegungspolitische Veränderungen

Mit: Anita Awosusi, Peggy Piesche und Saideh Saadat-Lendle Moderation: Nicola Lauré al-Samarai

In den 1990er Jahren ist bewegungspolitisch viel passiert: Bündnispolitiken zwischen verschiedenen Communities wurden erprobt, nach innen und außen gerichtete Positionen mussten immer wieder neu erkundet und definiert werden. Diese verschiedenartigen Verhältnisbestimmungen brachten im Kontext von Community-Building und den Verhandlungen von Kollektivität auch Konflikte mit sich. Welche Konzepte und/oder Visionen von Bündnispolitiken wurden gemeinsam gesponnen und wie wurden sie realisiert? Welche Aspekte traten dabei in den Vordergrund, welche in den Hintergrund? Gab und gibt es Möglichkeiten, den Begriff des “Scheiterns” von Bündnissen für heutige politische Ansätze und Praxen konstruktiv nutzbar zu machen?

Diese und andere Fragen werden wir gemeinsam mit unseren Gästen in der zweiten Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Projektes »Passing it On« diskutieren.


Anita Awosusi ist seit 30 Jahren in der Bürger*innenrechtsbewegung von Sint*ezze und Rom*nja mit dem Schwerpunkt auf erinnerungspolitische Arbeit aktiv. Sie war u.a. als Leiterin des Bildungsreferats und Vorstandsmitglied im Dokumentationszentrum deutscher Sinti und Roma in Heidelberg tätig.

Peggy Piesche in der DDR geboren und aufgewachsen ist eine Schwarze deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Peggy Piesche ist Mitfrau von ADEFRA e.V. und gehört seit 2016 zum Vorstand von ASWAD (Association for the Study of the Worldwide African Diaspora).

Saideh Saadat-Lendle leitet den Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin e.V. – LesMigraS. Sie ist Psychologin, Diversity-Trainerin und freiberufliche Dozentin zu den Schwerpunkten Mehrfachdiskriminierung, Rassismus, Geschlecht/Gender, sexuelle Lebensweisen, sowie Sprache und Diskriminierung.


Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt.

»Passing it On« wird von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb gefördert. Näheres unter: www.xartsplitta.net/passing-it-on/

Screening & Presentation: Katha Vachak / Storyteller

++Dieses Event findet in englischer Lautsprache statt++

Wednesday, July 3rd 2019, 7pm

‘Katha Vachak / Storyteller’, India, 2019, 23 mins

The screening will be followed by a presentation by and Q&A with the director Deepak Srinivasan.

Harihar is a common male Indian name. ‘Hari-Hara’ is a composite Sanskrit term meaning a coming together of Shiva-Vishnu’s energies, Shiva and Vishnu being two male gods. In the film, a young man, Harihar, gets dragged to an event by his mother where he finds a storyteller, telling the story of god, Shiva’s conflict with a demon who gains a powerful boon from the god that backfires. As the popular mythical story goes, god Shiva is saved from the demon by the helpful intervention of a trickster male god, Vishnu. The South-Indian version of the story goes on further to narrate the resulting romance of the two gods and the birth of their offspring, the god Ayappa (also named Hari-Hara). As Harihar listens to the story, repressed adolescent desires surface as he finds an affirmative voice within his tradition and cultural milieu, which (he previously may have felt) had shunned him. He comes to terms with his own self and comes out regarding his sexuality.


Deepak Srinivasan is a Bangalore-based performer, storyteller, designer and educator with 15 years of practice in performing arts, radio, film, community media, design and pedagogy. After a BSc and MS in earth and life sciences, Deepak’s interests shifted to media, art & design as methods for trans-disciplinary inquiry.
Deepak has trained in performing arts and community theatre with prominent Indian theatre practitioners (2005-2008).
His work in community theatre has spanned many youth groups and other special communities such as street-based sex-workers. His interests include gender, ecology, creative education design, urban space design, knowledge system practices, modernity and its intersections with historic process, oral histories and collective memory. Deepak presently has his own Design Practice and is Adjunct Faculty at School of Design, Presidency University, Bangalore.


The screening is free of charge. Donations are warmly welcome!

Dissolving Territories | 6+ Frequencies

Donnerstag, 20. Juni 2019, 19h @ aquarium am Südblock

Gesprächspartnerin: Maya Bastian (via Skype)

© Sinthujan Varatharajah

Wie hören wir (von) einander in der Verdrängung? Wie werden Stimmen, Lieder und Gedächtnisklänge über Entfernungen transportiert? Hat das Exil einen Klang?

In unserer letzten Sitzung für dieses Jahr werden wir die Klanglandschaften des Exils erforschen, indem wir darüber nachdenken, was Töne und Geräusche unter solchen Bedingungen bedeuten können: wie sie sich unter Massenverlagerungen bewegen, verändern und manifestieren. Mit der Zentrierung der Rolle von Kommunikationsmedien, von Telefonleitung über Radiosender bis zu Viber, versuchen wir, die vielfältigen Bedeutungen modernen Technologie für ein staatenloses Volk zu verstehen.

Dieses mal wird auch eine Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Elif Kücük stattfinden: https://castorxpollux.com/

Sinthujan Varatharajah hat gemeinsam mit Iris Rajanayagam (Leitung xart splitta) die Reihe »Dissolving Territories« initiiert und konzipiert. Varatharajah ist Essayist*in, Researcher und derzeit Open City Fellow der Open Society Foundation sowie Doktorand*in in Politischer Geographie (UCL). Sinthujan arbeitet und forscht zum Thema Geographien der (Ohn)Macht und räumlichen Widerstandspraktiken und hat einen MSc. in Race, Ethnicity and Postcolonial Studies (LSE).

Maya Bastian ist Filmemacherin und konzentriert sich auf Kurzfilme und Dokumentationen, die auf internationalen Festivals gezeigt wurden. Ihre Filme, die sich vor allem mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit befassen, reichen von narrativ über dokumentarisch bis experimentell. Als investigative Videojournalistin hat sie mehrere Jahre lang die Welt bereist und Bereiche von Konflikten und Post-Konflikten dokumentiert, bis hin zu ihrem neuesten narrativen Kurzfilm “Air Show” über die Auswirkungen der Toronto Air Show auf Neuankömmlinge.
Sie erhielt den Magee TV Diverse Screenwriting Mentorship Award 2017, der als einer der Emerging 20 des Reelworld Film Festivals ausgewählt wurde, und wurde kürzlich beim Regent Park Film Festivals zum Home Made Visible artists gewählt. www.mayabastian.com/

Die Veranstaltung findet in englischer Lautsprache statt. Der Veranstaltungsort ist mit Rollstuhl erreichbar. Eine Rollstuhlgerechte Toilette ist vorhanden.

Mehr zur Reihe: www.xartsplitta.net/tamilische-perspektiven/


»Dissolving Territories« Teil II wird gefördert von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

DISSOLVING TERRITORIES II – 5+ Logistik

Mittwoch, 05. Juni 2019, 19h, @ aquarium am Südblock

Gesprächspartner: Thiva Mohanathasan

© Google Maps

Die Vertreibung von Menschen führt nicht nur zur Deplatzierung von Körpern, sondern auch zur Verlagerung ihrer Essgewohnheiten. Diese sind das Spiegelbild spezifischer Geographien, Topographien, Klimata, Geschichten und Kulturen, die daraus entstanden sind/entstehen. Doch was geschieht, wenn Menschen aus diesen historischen (Kultur)Landschaften, gegen ihren Willen, herausgerissen werden und sich in komplett neuen, für sie fremden Geographien und Klimata wiederfinden müssen?

In der fünften Episode von “Dissolving Territories – Kulturgeographien eines neuen Eelams” beschäftigen wir uns mit den Fragen, wie im Exil (was) gegessen wird, welche Bedeutungen dem Essen im Exil zugeschrieben werden, wie geographische Verschiebungen sich in Geschmacksnoten ausdrücken können und welche Rolle tamilische Läden/Supermärkte in einem solchen Kontext spielen. Im Mittelpunkt des Abends steht die Geschichte der Schaffung einer transnationalen Nahrungskette und Infrastruktur, welche durch das Überbrücken von klimatischen und anderen geographischen Grenzen, die tamilische Exilküche überhaupt ermöglicht hat.

Sinthujan Varatharajah hat gemeinsam mit Iris Rajanayagam (Leitung xart splitta) die Reihe »Dissolving Territories« initiiert und konzipiert. Varatharajah ist Essayist*in, Researcher und derzeit Open City Fellow der Open Society Foundation sowie Doktorand*in in Politischer Geographie (UCL). Sinthujan arbeitet und forscht zum Thema Geographien der (Ohn)Macht und räumlichen Widerstandspraktiken und hat einen MSc. in Race, Ethnicity and Postcolonial Studies (LSE).

Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt. Der Veranstaltungsort ist mit Rollstuhl erreichbar. Eine rollstuhlgerechte Toilette ist vorhanden.

Film Screening: »5 Minutes From Home«

Mittwoch, 29. Mai, 19h

Diese Veranstaltung findet auf englischer und arabischer Lautsprache statt. Bei Bedarf kann während des Q&A Übersetzung in deutsche Lautsprache angeboten werden.


A film by Nahed Awwad

Documentary 52 min, 2008. Palestine/Turkey/Switzerland

Arabic with English subtitles

The screening will be followed by a Q&A with the director Nahed Awwad.

The Jerusalem Airport lies along the road that links Jerusalem to Ramallah. It has been occupied by Israeli army since 1967, at a 5 kilometer distance from Ramallah and 10 kilometer distance from Jerusalem. Today, to the east of the runway, a huge military checkpoint blocks the Jerusalem-Ramallah road, a dead end street.

 

Nahed Awwad discovers that life has not always been like this, and that this sad spot used to be a place where international aircrafts landed in the 1950s and 1960s, when Palestinians traveled freely. The happy images and testimonies of the past contrast bitterly with those of the present where access is denied to the aviation zone that is now being besieged behind barbed wire and soon will be trapped behind the Israeli Separation Wall.

Nahed Awwad goes to meet this place, evoking the past in order to have a better apprehension of the present: today’s Palestinian reality that is marked by forgetfulness.

World premier: Vision Du Reel film festival, Nyon-Swizerland. Screened at the film market Pavllion Les Cinemas Du Sud- Cannes film festival.

Further Information: www.nahedawwad.com/5-minutes-from-home/

The event will take place in English and Arabic spoken language.


Nahed Awwad is an independent filmmaker; She has worked with well- known Palestinian filmmakers, local Palestinian TV stations and later international networks. In 2004 she got her film diploma from the European film college in Denmark and has released eight documentary films between experimental, short and feature length. Awwad’s films were screened at various international film festivals, including HotDocs film festival, Canada 2013, Dubai international film festival in 2012, Vision du Reel Film Festival, Nyon, Switzerland in 2005 and 2008 and the Cannes Film Festival in 2008 (Cinema Sud). In 2009 she was granted the International Trailblazer Tribute -Middle East Trailblazer in MIPDOC.


 

اخراج ناهد عواد

وثائقي 52 دقيقة، 2008. فلسطين/تركيا/سويسرا

اللغة عربي مع ترجمة للأنجليزية.

ملخص عن الفيلم

يقع مطار القدس على طريق القدس – رام الله  والذي تم احتلاله من قبل الجيش الإسرائيلي سنة 1967 على بعد خمس دقائق من رام الله و10 دقائق من القدس.

أما اليوم، فيوجد على نهاية مدرج المطار من الشرق حاجز قلنديا العسكري والذي يفصل طريق القدس-رام الله فبات نهاية طريق مسدود.

تكتشف ناهد عواد أن هذا المكان الحزين لم يكن دوما كذلك، فقد كان يوماً يستقبل طائرات من كل أنحاء العالم وخصوصا من الوطن العربي وبشكل يومي في الخمسينات والستينات، وذلك عندما كان الفلسطينيون يسافرون الى العالم بحرية. تتناقض الصور القديمة للمطار بشكل واضح ومؤلم مع واقع المكان المرير المحاصر تماما بالشيك وقريبا سوف يتم تطويقه بجدار الفصل العنصري الإسرائيلي.

تعود ناهد عواد لهذا المكان لتستحضر ماضيه المشرق في محاولة لفهم وسبر حاضره والهروب من واقعه الأليم اليوم.

العرض الأولي العالمي: مهرجان سينما الواقع في نيون –سويسرا.

وفي سوق الأفلام بفيليون لس سينما الشرق- في مهرجان كان السينمائي.