filmreihe bei xart splitta

Filme, die Normen herausfordern, überraschen, inspirieren, empowern, zum Nachdenken anregen und zum Lachen bringen. Mit Diskussionen, Filmemach_erinnen, Aktivist_innen, Publikum und Gastkurationen. Auf Spendenbasis – Die Spenden helfen uns die Filmreihe weiter zu führen und Workshops anzubieten. Oft gehen die Spenden an andere Projekte oder Filmemacher_innen. An einem Mittwoch im Monat und in unterschiedlichen Sprachen.

Wann? Jeweils an einem Mittwoch im Monat, 19:00, Einlass um 18:45.

Eintritt auf Spendenbasis: 0€ ­- 10€

Falls ihr Vorschläge, Anregungen oder Fragen habt, schreibt uns unter: filmreihe@xartsplitta.net

wo: xart splitta | Hasenheide 73 | 10967 Berlin | U7 Südstern

Die Räume sind im Rollstuhl erreichbar, aber die Rampe ist sehr steil – bittet meldet euch mit Fragen bei uns.

 

Special im April & Mai: Samstag, 29. April & 06. Mai, 14-18h

DIY filmmaking for absolute beginners

Empowerment through anti-discriminatory (personal) storytelling
A workshop with Juli Saragosa

Die Workshopbeschreibung auf deutsch findet ihr hier als pdf

This is a two-day workshop for absolute beginners. The workshop prioritizes spots for those who do not have access to other filmmaking workshops or education, and those who will attend both days. The 1st day (production) is mandatory for those who want to participate in the 2nd day (post-production). This workshop is also prioritized for people who feel marginalized and have stories to tell that have been shut down or shut out by the mainstream. The main language of the workshop will be in English, but translation to clarify concepts will be made to German if requested.
DIY (do-it-yourself) can mean many things depending on the context. But it is more than just fixing your own bike or doing your own home repairs. It is also a movement of people (punk and rrriot-grrrl amongst others) who take control of their own representation through the self-creation and self-publishing of their own music, films, literature, etc. – without support, judgment, censorship, or manipulation from mainstream sources of funding or sponsorship (like academic institutions, production companies or record labels). Creating art through one’s own methods and capacities can support someone to feel more empowered by sharing their voice, their opinions, their experiences in a world that shuts them out and discriminates against them.
Please note: The workshop will not provide any cameras or editing software – you will learn to use what tools you have at hand so that you can create more films on your own after the workshop is over. It will provide you with skills in planning, filming and editing your own short film. Please come to the first workshop with your idea(s) and your own camera (or your phone if that’s all you have), and to the second workshop with your own laptop, tablet or smartphone already installed with editing software. For those who do not have a phone or a computer or any other device, please let us know when you sign up that you need to borrow a camera and a computer at the space.

Sa. 29th April – 2-6pm

On the 1st day of the workshop, we will look at some examples by first-time filmmakers who had a story to tell about their experiences or how they see the world. We will then discuss some of the ideas that the workshop participants have for their films, and give each other feedback to support the planning of the production. The facilitator will introduce the participants to basic concepts of planning a film shoot, cinematography, lighting, and sound recording, and how to get the shots they need on the devices they have. The participants should shoot their film during the week that follows and be ready for editing by the 2nd day. The workshop facilitator will give a list of free software that the participants can download during the week onto their computers, tablets or smartphones.

Sa. 6th May – 2-6pm

On the 2nd day of the workshop, we’ll take a look at the footage that the participants have shot throughout the week and give each other feedback. The facilitator will introduce the participants to basic concepts of editing, post-production and distribution. Then we’ll take a look at the different kinds of editing software there is and what each participant has brought with them, and learn some basics about the tools used and what they do.

 

Sign-up

The deadline for sign-up is April 20th. When you sign-up please let us know some details about yourself, positioning yourself and why you want to participate in this workshop, as well as what tools you have access to – camera / phone for filming, laptop / tablet / smartphone for editing, etc.

To sign-up please fill this form and send it to juli@jsaragosa.de

Juli Saragosa is an interdisciplinary media and performance artist who has shown work at festivals worldwide; including Milan, London, L.A., Chicago, Berlin, Vancouver and Toronto. In 2005, Amoré won the Best Canadian Film award at Toronto’s International One-minute Film Festival and in 2011 the Jury Prize for Experimental Film at the Toronto Urban Film Festival. Juli’s work extends to the curatorial and educational, as a grassroots organizer of several independent festivals (The Project8 Super8 Film Festival and Mentorship Program-Vancouver, CA and the entzaubert queer DIY uncommercial film festival-Berlin, DE), a workshop leader (LIFT-Toronto, CA and VIVO-Vancouver, CA), mentor to young artists (Inside Out-Toronto, CA, Project8, and CFC-Toronto, CA), and as a media arts instructor (SFU-Vancouver, CA, UBC-Kelowna, CA and dBs Film-Berlin, DE).
http://jsaragosa.de

 

Nächstes Screening: Mittwoch, 17. Mai, 19h

WARUM DIE WUNDE OFFEN BLEIBT

Ein Film von Marika Schmiedt, Österreich 2016, 80 min

Warum die Wunde offen bleibt beschäftigt sich mit der Aufarbeitung des Holocausts an Roma und Sinti durch die sogenannte „2.“ und „3. Generation“. Dabei verdeutlicht gerade die Relation zu aktuellen Diskriminierungen und Verbrechen gegen Roma und Sinti die Notwendigkeit umfassender Auseinandersetzungen: geschichtlicher, familiärer, psychoanalytischer und nicht zuletzt die Dringlichkeit der politischen.

Marika Schmiedt untersucht und benennt die Wunde, versucht sie zu begreifen,
greift hinein, zerrt und weitet sie. Das ist ein intensiver und schmerzhafter Prozess und der dabei entstandene Dokumentarfilm ist kein einfach zu konsumierender. Im Film wird viel gesprochen, nach 78 Minuten wird klar, dass auch über das „Unaussprechliche“ gesprochen werden kann und muss. Über Strukturen der Diskriminierung, der Gewalt und über Kontinuitäten. Marika Schmiedt und ihr Film sprechen sich allerdings gegen eine verharmlosende, oberflächliche Heilung aus, vielmehr werden Wege der Vertiefung und des Widerstands gezeigt. „Warum die Wunde offen bleibt“ beschäftigt sich mit der Aufarbeitung des Holocausts an Roma und Sinti durch die sogenannte „2.“ und „3. Generation“. Die historischen Vertreibungen, Verfolgungen und Massenmorde werden thematisiert, auch persönlich durch das biografische Erzählen der Protagonistinnen. Dabei verdeutlicht gerade die Relation zu aktuellen Diskriminierungen und Verbrechen gegen Roma und Sinti die Notwendigkeit umfassender Auseinandersetzungen: geschichtlicher, familiärer, psychoanalytischer und nicht zuletzt die Dringlichkeit der politischen.
Im Mittelpunkt des Films stehen lange Interviews bzw. Gespräche mit drei beeindruckenden Frauen: Anna Gleirscher-Entner arbeitet seit vielen Jahren als psychosoziale Beraterin und hat ein Sachbuch mit dem Titel „Das Unaussprechliche in der psychosozialen Beratung von Sinti und Roma“ verfasst. Ihre wissenschaftliche Arbeit ist von ihrer Biografie – Gleirscher-Entner ist als elftes Kind in einer Sinti-Familie aufgewachsen – nicht trennbar. Die Erfahrungen, das Schweigen über den Holocaust, die Vertreibung und Ermordung von Familienmitgliedern, führten sie schlussendlich zu dem „Tabubruch“, öffentlich über kollektive und individuelle Traumata zu reden, zu publizieren. Elisabeth Brainin, eine Psychiaterin und Psychoanalytikerin, berichtet über psychologische Hintergründe der sogenannten Mehrheitsgesellschaft, die den Nationalsozialismus und seine Implikationen gerne als Schlussstrichthema betrachtet. Das Nicht-Anerkennen und das fehlende Bewusstsein über Roma und Sinti als Opfergruppe des NS-Regimes führen zu einer erneuten Viktimisierung.
Genau dieser und ihren Mechanismen gilt es aber zu entkommen, vielleicht auch um (kämpferische, künstlerische, politische) Allianzen innerhalb einer heterogenen Gesellschaft auf gleichwertiger Ebene eingehen zu können. Im Gespräch mit der Schriftstellerin und Aktivistin Simone Schönett erfahren wir vom Verdecken, Verstecken und von Assimilation. Die Schriftstellerin schreibt dagegen an, fühlt sich aber oft alleine mit ihrer Einstellung, dass man „die Hand, die füttert, auch beißen darf“. Auf die von diversen Klischees geprägten Romabilder fallen nämlich auch die offiziellen VertreterInnen herein, sie würden als „Vorzeigeroma“ mit diesen Klischees agieren und so eine fundierte und effiziente Romapolitik, die die Gesamtgesellschaft erreichen muss, verunmöglichen. Marika Schmiedt macht die „offene Wunde“ auch als ihre persönliche begreifbar: Mit dem Beispiel der Ablehnung und Bekämpfung ihrer künstlerischen Interventionen gegen romafeindliche Politik. Die Zerstörung einer Plakatserie mit dem Titel „Die Gedanken sind frei. Angst ist Alltag für Roma in Europa.“ in Linz im Jahr 2013 könnte eigentlich als „gelungene“ Aktion, als deutlicher Angriff gegen die systemische Romaphobie in Politik und Verwaltung interpretiert werden.

Da mussten sich die vermeintlich Stärkeren mit nahezu grotesken, weil übertriebenen Mitteln, wie mit Anzeigen wegen Verhetzung gegen eine Künstlerin und ihre künstlerische Freiheit, durch Vernichtung von Kunstwerken und Anprangerung in rechtsextremen und faschistischen Medien, wehren. Das macht die Machtverhältnisse mehr als deutlich, wobei insgesamt diese Vorkommnisse aber auch als Kontinuität von Rassismus und Gewalt gegen Roma verstanden werden müssen. „Wir können gar nicht anders.“ Dieser Satz, dieses Motto für Aufarbeitung und Aktivismus wird im Film aufgrund von persönlicher Involviertheit und Familiengeschichte begründet.
Dieses „wir“ könnte im Idealfall aber auch eine Allianz von Fragenden, immer weiter Forschenden und AktivistInnen sein, die allesamt wollen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Und dafür muss wohl die Wunde offen bleiben.

Text von EVA SIMMLER (https://marikaschmiedt.wordpress.com/film-warum-die-wunde-offen-bleibt/)

 

 

*********** „Archiv“ – vergangene Screenings – click! *************

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