The Living Archives

Credits: bureau zanko

The Living Archives ist eine online Plattform, die der Dokumentation, Archivierung und Bereitstellung von in BIPoC Communities entstandenen Inhalten und Wissen dient. Überdies soll die Seite als Lernportal für diese Communities genutzt werden, um dieses Wissen zu teilen und zu ergänzen.

Ziel des Projektes ist es gebündelt Inhalte und Wissen, welches innerhalb von BIPoC Kontexten generiert wird/wurde, festzuhalten und zugänglich zu machen.
xart splitta versteht The Living Archives als „Resistant Knowledge Project“ (Patricia Hill Collins – dt: „Widerstands Wissensprojekt“). Archivierung und Dokumentation werden in diesem Kontext als dekoloniale Handlungen verstanden – Konzepte und Praktiken des Archivierens werden hier in Hinblick auf deren kolonialen, rassistischen und heteronormativen Entstehungskontext neu- bzw. umdefiniert und als Mittel des „Gegenerzählens“ verwendet.

Erste Inhalte für die Seite werden sich zunächst aus der laufenden Arbeit xart splittas sowie vor allem aus Texten, Gesprächen und  Inhalten speisen, die im Rahmen des Projektes “Passing it On” entstanden sind. Ein Projekt, welches 2019 von xart splitta unter der Leitung von Nicola Lauré alSamarai und Iris Rajanayagam durchgeführt wurde und in dessen Kontext die Idee für die online Plattform entstand.

Überdies sollen weitere Inhalte im Austausch mit unterschiedlichen Einzelpersonen und Communities generiert werden. The Living Archives bleibt so ein stetiges Work-in-Progress und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur*innen bei der weiteren Gestaltung und Entwicklung der Seite.


Flyer The Living Archives 2020 zum Download

The Living Archives wird 2022 realisiert durch „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR.

 

Logoleiste Förderer

#CommunitiesSolidarischDenken

Pattern by colourlovers

Gefördert durch die LADS (Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung des Berliner Senats für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung) liegt unser Fokus ab 2020 auf der Frage wie wir #CommunitiesSolidarischDenken können.

Weiteres zu unserem Programm findet ihr in unseren Veranstaltungen.


Was heißt für uns #CommunitiesSolidarischDenken?

 

  •  Räume: Um gemeinsam Wissen als marginalisierte Communities hervorzubringen, zu ergründen & zu teilen; voneinander und miteinander zu lernen und zu verlernen.
  • Cross-Community: Miteinander und über Communities hinweg „Teile & Herrsche“ Mechanismen zu durchbrechen. Stattdessen Anerkennung & Empowerment mit und durch unsere verschiedenen und spezifischen Erfahrungen.
  • Allianzen: Für Bündnispolitiken und für die Entwicklung gemeinsamer Strategien, um sowohl auf unsere unterschiedlichen sowie gemeinsamen Realitäten aufmerksam zu machen.
  • Intersektional: Vielschichtig und mehrdimensional arbeiten; Leerstellen, Un_sichtbarkeiten und Überschreibungen hervorheben und mitdenken.
  • Historisch: Geschichtliche Verwobenheiten und Kontinuitäten deutlich machen – für ein solidarisches und transnationales Handeln.
  • Nachhaltig: Dokumentation und Veröffentlichung unserer Prozesse und Ergebnisse.

Wir sehen uns in Deutschland sowie international mit stetig wachsenden rechtspopulistischen und rassistischen Tendenzen konfrontiert. Für uns sind die kontinuierliche Entwicklung neuer Perspektiven, Denkräume und Handlungsmöglichkeiten ein Weg damit umzugehen. Wichtig ist uns dabei, dass  unterschiedliche Formen von Diskriminierungen und Rassismen explizit benannt und in ihren geschichtlichen und strukturellen Verwobenheiten thematisiert und analysiert werden. Diese Arbeit innerhalb intersektionaler Bündnisse und Solidaritäten umzusetzen ist somit zentraler Ausgangspunkt.

Wir möchten Räume schaffen, in denen wir gemeinsam Wissen hervorbringen, austauschen und weitergeben können. Dadurch wollen wir hegemoniale Diskurse, die marginalisierte Perspektiven auf Geschichte, geschichtliche Entwicklungen und gegenwärtige Situationen zum Schweigen gebracht, überschreiben oder ausgelöscht haben, irritieren und durchbrechen. Die Momente und Strategien des Zusammenkommens und des (gemeinsamen) Widerstands im Kontext von Unterdrückungs- und Marginalisierungsverhältnissen sind für Analyse und Praxis bedeutsam.

Ein weiterer zentraler Baustein des Projektes ist die Eruierung der notwendigen Rahmenbedingungen für erfolgreiche Bündnispolitiken und Allianzen. Dies bedeutet zunächst auch bestimmte Repräsentationsmechanismen und Un_Sichtbarkeiten kritisch zu hinterfragen: Welche Perspektiven und Erzählungen werden wahrgenommen und welche verschwiegen oder überschrieben? Wo sind Leerstellen und wie können wir sie benennen? Eben diese Erzählungen gilt es nachzuspüren, wahrzunehmen und zu (re)zentrieren.

Für die Gestaltung und Durchführung des Projektes arbeiten wir eng mit unterschiedlichen Communities, in denen wir zum Teil selber verortet sind, zusammen. Bereits an einem frühen Stadium der Konzeptionierung arbeiten wir mit Hilfe von partizipativen Methoden, um so die Multiperspektivitäten und Mehrdimensionalitäten, die ein solches Vorhaben mit sich bringen muss, wiederspiegeln zu können.

Für Fragen, Kontakt und alles Weitere: contact@xartsplitta.net


Flyer #CommunitesSolidarischDenken 2020/2021

 Logoleiste Förderer

Das Jahr neigt sich dem Ende…

2019 war ein sehr intensives Jahr für uns. Es haben viele schöne Dinge stattgefunden (einige Eindrücke findet ihr hier) und es gab einige strukturelle Veränderungen. Unter anderem haben wir jetzt einen tollen neuen Vorstand und auch unser Team hat mit Juliana Kolberg eine wunderbare neue Kolleg*in gefunden.

Wie viele von euch schon wissen, gab es 2019 leider auch schlechte Nachrichten. Uns wurden, nach langjähriger Förderung, die Gelder ab Februar 2020 gestrichen. Mehr dazu findet ihr hier.

Aber: die Hoffnung stirbt zuletzt und wir haben noch einen Hoffnungsschimmer. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Bis dahin bedanken wir uns bei allen, die xart splitta zu dem machen/gemacht haben was es ist und insbesondere auch für die vielen bestärkenden, solidarischen und unterstützenden Resonanzen, die wir in Reaktion auf unsere Erklärung bekommen haben. Ohne euch wäre xart splitta nicht das was es ist. Wegen und mit euch wird es evtl. weitergehen…

Nun wünschen wir erstmal erholsame Tage und einen guten Start ins neue Jahr!

Euer xart splitta Team und Vorstand
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Erklärung zur Beendigung der Förderung von xart splitta

Liebe Unterstützer*innen, liebe Communities, liebe Freund*innen, lieber Besucher*innen, liebe alle,

leider müssen wir Euch mitteilen, dass unsere langjährige Grundförderung für das Jahr 2020 nicht verlängert wurde. Das bedeutet, wir werden im Februar 2020 unsere Arbeit beenden müssen. Wir sind fassungslos, traurig und wütend. Mit xart splitta schließt ein weiterer Raum, der einen Fokus auf intersektionalem Empowerment, Dekolonisierung und das (Re-) Zentrieren marginalisierter Perspektiven legt und von Schwarzen Menschen und People of Colour geleitet und gestaltet wird.

Was passiert ist:

Im Zuge der zahlreichen strukturellen wie personellen Veränderungen, die xart splitta im Jahr 2019 durchlaufen hat, wurde zuletzt auch ein neuer Vorstand gewählt und einberufen. Damit wurde xart splitta zum ersten Mal seit Bestehen des Vereins ein Raum, in dem ausschließlich BPoC das organisationale wie Inhaltliche Geschehen bestimmen.

Im Zuge dieser Änderungen wurde mehrmals versucht, Kontakt zu der Stiftung, die unsere Grundförderung stellte, aufzunehmen beziehungsweise Informationen bezüglich dieser zu erhalten. Aus Gründen, die uns vorenthalten wurden, wollte diese Stiftung anonym bleiben. Im Sommer diesen Jahres wurde xart splitta über ein altes Vorstandmitglied, welches direkten Kontakt zur fördernden Stelle hatte, aufgefordert, für das Förderjahr 2020 einen Weiterfinanzierungsantrag zu stellen. Dies haben wir getan. Der Antrag beinhaltete eine detaillierte Aufstellung der für das Jahr 2020 geplanten Vorhaben. Inhaltlich haben wir uns in Bezug auf diese Planung an unsere grundlegenden Ansätze und Zielsetzungen gerichtet: die Fortführung unserer bildungspolitischen, intersektionalen Empowermentangebote sowie der Ausbau unserer Vernetzungsarbeit und unserer diversen Kooperationen.

Uns wurde keine nachvollziehbare Begründung für den Entzug unserer langjährigen Förderung genannt. Leider reihen wir uns also nun in das momentane Projektsterben diverser zivilgesellschaftlicher intersektionaler und rassismus- und diskriminierungskritischer Vereine ein. Darüber hinaus schließt mit uns auch ein Raum, der inklusive der Toilette rollstuhlgerecht ist und immer offen war für die Nutzung externer affiliierter Gruppen. Unser Raum wurde jährlich von über zwanzig verschiedenen politischen Initiativen und Organisationen genutzt.

Trotz und neben unserer Erschütterung und Wut sind wir auch sehr dankbar. Und zwar für die Vielzahl an Menschen, die auf die eine oder andere Art und Weise dazu beigetragen haben, dass xart splitta zu dem geworden ist, was es mittlerweile ist: Ein Ort, an dem Intersektionalität und Dekolonisierung nicht nur theoretisch besprochen, sondern auch praktisch durch und mit den vielfältigen Perspektiven, die die Mitarbeiter*innen sowie viele weitere Personen hineingebracht haben, umgesetzt wurde.

Was nun ansteht:

Derzeitig bemühen wir uns, in der sehr knappen Zeit, die uns bis zum Jahresende bleibt, doch noch andere Mittel und Wege zu finden, um xart splitta am Leben zu erhalten. Da wir jedoch gerade nichts Konkretes in der Hand haben, wollten wir euch bereits jetzt über unsere Situation und das mögliche Ende von xart splitta informieren.

Wenn ihr konkrete Fragen dazu oder Anregungen habt, wie es nun weitergeht oder was wir vorhaben, kontaktiert uns gern (bis einschließlich Januar 2020) unter: contact@xartsplitta.net. Drückt uns die Daumen und schickt uns gern alle positiven Gedanken und Unterstützungen, die ihr euch vorstellen könnt.

Mit viel Dankbarkeit und Hoffnung,

xart splitta Team und Vorstand